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IS Weitere Niederlage für IS im Irak

Rund 30.000 Mann hat die irakische Regierung für eine Offensive gegen den IS mobilisiert. In der Nähe der Stadt Tikrit meldet die Armee nun die Einnahme eines strategisch wichtigen Ortes. Derweil setzten IS-Schergen ihren Zerstörungsfeldzug gegen kulturelle Güter fort

06.03.2015 17:21
Die Aufnahme vom 5. März 2015 zeigt Rauch über der Stadt Tikrit. Die Befreiung der rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt vom IS ist das Ziel der Offensive der irakischen Streitkräfte. Foto: AFP

Am fünften Tag ihrer Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Streitkräfte nach eigenen Angaben einen strategisch wichtigen Ort unter ihre Kontrolle gebracht. Armee und Kämpfer schiitischer Milizen hätten Al-Dur südlich der Stadt Tikrit eingenommen, meldete das irakische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Militärführung. Ein unabhängige Bestätigung für die Eroberung gab es zunächst nicht.

Die Einnahme von Al-Dur gilt als eines der ersten Ziele der Offensive, mit der die irakischen Streitkräfte Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad befreien wollen. Der Ort ist Heimatstadt von Issat Ibrahhim al-Duri, einem früheren Getreuen von Langzeitherrscher Saddam Hussein und heutigen Anführer sunnitischer Rebellen, die mit dem IS verbündet sind.

Die irakische Regierung hat für ihre Offensive gegen die sunnitischen Extremisten nach eigenen Angaben rund 30.000 Mann mobilisiert, neben der Armee vor allem Kämpfer schiitischer Milizen. Der Vormarsch der Kräfte war in den vergangenen Tagen nur langsam vorangekommen. Der IS versucht, die Offensive vor allem mit Selbstmordattentätern und Hunderten von Sprengfallen aufzuhalten.

Zerstörungen in Nimrud befürchtet

Rund 30 Kilometer südöstlich von Mossul setzen IS-Dschihadisten derweil ihren Zerstörungsfeldzug gegen kulturelle Güter fort. Nach Angaben des irakischen Tourismusministeriums und der Antikenverwaltung begannen die Extremisten am Donnerstag damit, mit Planierraupen die Ruinen der antiken Stadt Nimrud zu zerstören. Noch ist das ganze Ausmaß der Zerstörung unbekannt, doch die Sorge ist groß.

Nimrud wurde bereits im 13. Jahrhundert vor Christus. gegründet. Zeitweilig war sie die Hauptstadt Assyriens, wurde aber im Jahr 612 vor Christus beim Untergang des Assyrerreichs zerstört.
In der assyrischen Ära hieß die Stadt Kalach oder Kalchu, Nimrud ist ihr späterer arabischer Name. In der Neuzeit fanden die Ruinenhügel am Ufer des Tigris erstmals im Jahr 1820 Erwähnung, bei anschließenden Ausgrabungen wurden ihre Schätze über Jahrzehnte hinweg von westlichen Forschern und Beamten geplündert. Während der US-geführten Invasion des Irak kam es zu weiteren Plünderungen und Zerstörungen.
Die meisten der antiken Schätze Nimruds befinden sich glücklicherweise schon seit längerem in irakischen und europäischen Museen. Einige der berühmten Lamassu - geflügelte Türhüterfiguren mit menschlichen Gesichtern - sowie Wandreliefs wurden aber in der antiken Stätte belassen. Andere Artefakte, die im Museum von Mossul ausgestellt waren, hatten IS-Kämpfer schon vergangene Woche mit Hilfe von Presslufthämmern zerstört. (dpa/afp)

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