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IS-Terror Kurden drängen IS zurück

Drei Tage nach Beginn der US-geführten Luftschläge gegen IS-Stellungen in Syrien melden die Gegner der IS-Terrormiliz erste Erfolge. Im Irak sagt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Kurden weitere Hilfen zu.

25.09.2014 16:36
Ein Peschmerga-Kämpfer südlich von Erbil. Foto: dpa

Drei Tage nach Beginn der US-geführten Luftschläge gegen IS-Stellungen in Syrien melden die Gegner der sunnitischen Extremisten erste Erfolge. In der Nacht zum Donnerstag seien IS-Kämpfer in der Region um die Stadt Kobani an der Grenze zur Türkei zurückgedrängt worden, teilten Vertreter der Kurden mit. Erstmals nahmen Kampfjets der USA und ihrer arabischen Verbündeten Raffinerien ins Visier und griffen damit eine der wichtigsten Einnahmequellen des Islamischen Staates (IS) an. Im Irak sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Kurden weitere Hilfen zu.

Im Norden Syriens konnten kurdische Kämpfer nach eigenen Angaben die vor einer Woche begonnene Offensive auf Kobani stoppen. Die IS-Milizen seien im Süden der strategisch wichtigen Stadt zehn bis 15 Kilometer zurückgeworfen worden, sagte der stellvertretende Außenminister der Kurdengebiete in der Region, Idris Nassan, in einem Telefonat mit Reuters. Etwa 15 Kilometer weiter westlich von Kobani hat sich nach Angaben eines Reuters-Reporters die Frontlinie kaum verändert.

Bei den Kämpfen kamen nach Erkenntnissen einer syrischen Oppositionsgruppe acht Kämpfer der Kurdenmiliz YPG ums Leben. Die kurdischen Kräfte fanden nach eigenen Angaben zwölf Leichen von IS-Rebellen. Die IS-Milizen hatten bereits im Juli versucht, Kobani einzunehmen. Durch die Eroberung der Stadt könnten sie die ihren Machtbereich in Nordsyrien festigen. Vor den IS-Kämpfern sind bislang rund 140.000 Kurden in die Türkei geflohen.

In der Nacht zum Donnerstag wurden auch zwölf kleinere Raffinerien im Osten Syrien bombardiert. Die USA und ihre Verbündeten setzten Kampfflugzeuge und Drohnen ein, wie die amerikanischen Streitkräfte mitteilten. Bei den Raffinerien handelte es sich demnach um kleine Anlagen in Majadin, Al-Hasaka und Abu Kamal. Bei den Angriffen starben nach Angaben der oppositionellen syrischen Beobachtungsgruppe 14 IS-Kämpfer.

Auch Frankreich beteiligte sich an den Luftangriffen auf IS-Stellungen, beschränkte sich jedoch auf irakisches Gebiet. Allerdings räumte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian einen Tag nach der Enthauptung eines französischen Touristen durch Islamisten in Algerien in einem Radio-Interview ein, die Frage der Ausweitung der Angriffe auf Syrien sei "auf dem Tisch". Bislang lehnte Frankreich Luftschläge in Syrien mit dem Argument ab, nicht dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in die Hände spielen zu wollen.

Bei ihrem Besuch der Kurden-Hauptstadt Erbil im Norden Iraks sagte von der Leyen Hilfen bei der Beseitigung von Minen zu. Kurden-Präsident Massud Barsani habe um zusätzliche Minensuchgeräte gebeten, da die IS-Milizen die von ihnen eroberten Gebiete vermine, sagte die Ministerin in Erbil. Voraussetzung für eine Rückkehr der Flüchtlinge sei, dass die Minen aufgespürt und geräumt würden. Zugleich sicherte von der Leyen den Kurden eine langfristige Zusammenarbeit zu.

Barsani bedankte sich für die deutschen Waffen, von denen eine erste Teillieferung in den nächsten Tagen in Erbil eintreffen soll. Deutschland rüstet die Kurden im Irak für den Kampf gegen den IS mit Panzerfäusten, Maschinengewehren und Munition aus Bundeswehr-Beständen aus und bricht so mit ihrem bisherigen Grundsatz, keine Waffen in Kriegsgebiete zu schicken. Das erste Flugzeug mit Waffen startete in der Nacht zum Donnerstag vom Flughafen Leipzig/Halle.

Der UN-Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft derweil auf, die Ausreise von Extremisten in andere Länder wie Syrien oder Irak zu verhindern. Dafür sollen die UN-Staaten ihre Gesetze verschärfen. Eine entsprechende Resolution wurde von dem 15-köpfigen Gremium einstimmig angenommen. Justizminister Heiko Maas sagte "Spiegel Online", die Bundesregierung werde nun prüfen, ob nach der UN-Resolution Gesetzesänderungen in Deutschland nötig seien. Experten gehen davon aus, dass sich 12.000 Kämpfer aus 70 Ländern den Extremisten in Syrien und im Irak angeschlossen haben.

Daher wächst in Deutschland, aber auch in anderen Ländern wie Großbritannien die Sorge, dass rückkehrende Islamisten in ihrer Heimat Anschläge verüben könnten. Frankreich kündigte am Donnerstag verstärkte Anti-Terror-Maßnahmen an. Die USA warnten ihre Bürger in der Türkei vor Anschlägen und Übergriffen. Angesichts der Militäraktionen gegen die IS in Syrien sei die Gefahr terroristischer Anschläge hoch, erklärte die US-Botschaft in Ankara. Auch Europäische Union warnte vor Anschlägen in Europa, den USA und Israel. (rtr)

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