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Frankreich Tote bei Schießerei auf Champs-Elysees in Paris

Erneuter Terroranschlag in Frankreich? Bei der Schießerei in der französischen Hauptstadt sind nach Behördenangaben ein Polizist und der Angreifer getötet worden.

20.04.2017 22:32
Schüsse in Paris
Tote bei einer Schießerei auf den Champs-Elysees in Paris. Foto: Kamil Zihnioglu (AP)

Nach einem tödlichen Angriff auf Polizisten mitten in Paris gehen die Sicherheitsbehörden einem Terrorverdacht nach. Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées schoss ein Unbekannter in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wurde getötet. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, im Sender BFMTV. Der Angreifer wurde kurz darauf von der Polizei getötet.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Zu den Hintergründen der Tat gab es zunächst keine Informationen. Präsident François Hollande wollte bei einem Krisentreffen mit Premierminister Bernard Cazeneuve und Innenminister Matthias Fekl über die Lage beraten. 

Polizei erschießt einen der Angreifer

Die Attacke habe sich gegen 21 Uhr abgespielt, hieß es. Ein Auto habe neben einem Polizeiwagen gehalten, ein Insasse des Wagens habe das Feuer eröffnet und einen Beamten getötet, sagte der Ministeriumssprecher. Anschließend habe er nach ersten Informationen versucht, zu Fuß zu fliehen, und habe dabei auf weitere Polizisten geschossen und zwei verletzt. Die Beamten hätten ihn niedergeschossen.

Der Mann habe wohl eine automatische Waffe benutzt. Laut Innenministerium untersuchen Sprengstoffexperten das Fahrzeug des Angreifers. Es sei noch zu früh, um etwas zum Motiv des Angreifers zu sagen, hieß es. Ein Polizeigewerkschafter sagte nach Angaben des Senders BFMTV, derzeit werde weder ein krimineller Hintergrund noch ein Terrorakt ausgeschlossen. 

IS reklamiert Attacke für sich

Unterdessen hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den tödlichen Angriff für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak benannte den Angreifer in einer im Internet verbreiteten Nachricht am Donnerstag als Abu Jussuf al-Beldschiki („Der Belgier“).

Die Nachricht konnte zunächst nicht unabhängig auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hat.

Augenzeugen berichten von einem Mittäter

Die Champs-Élysées waren am späten Abend weiträumig abgesperrt, ein Hubschrauber kreiste über der Szene. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, auch Soldaten waren vor Ort. Polizisten schrien Passanten an, von der Straße zu gehen.

Der Ministeriumssprecher Brandet erklärte, die Sicherheitskräfte seien noch dabei, sich zu vergewissern, dass der Mann allein gehandelt hat. Die Zeitung „Le Figaro“ berichtete, es habe  einen zweiten Angreifer gegeben, der womöglich auf der Flucht sei. Das wollen auch Augenzeugen gesehen haben. 

Trump spricht Frankreich Beileid aus

US-Präsident Donald Trump sprach Frankreich sein Beileid aus. „Es sieht nach einem weiteren Terroranschlag aus“, sagte Trump auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni in Washington. Trump sprach weiter von einem „schrecklichen Vorfall“ und fügte hinzu: „Wir müssen stark und wachsam sein.“ Auch Gentiloni kondolierte dem französischen Volk.

In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie der Ausnahmezustand. Die französische Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin verstärkt.

Am kommenden Sonntag ist in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl. Trotz der Terrorgefahr setzten die Kandidaten ihren Wahlkampf fort. Am Donnerstagabend traten die elf Kandidaten beim Fernsehsender France 2 nacheinander zu Kurzinterviews auf. Die Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.  Die Abstimmung soll von 50 000 Polizisten und Soldaten geschützt werden.

Beim ersten Wahlgang wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Rechtspopulistin Marine Le Pen mit dem Mitte-Links-Kandidaten Emmanuel Macron erwartet. (dpa)

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