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Barcelona Attacke auf die Volkswirtschaft

Für Spanien ist der aktuelle Tourismus-Boom enorm wichtig.

Barcelona
Um Blumen und Kerzen zum Gedenken an die Opfer herum versammelten sich am Freitag zahlreiche Menschen auf den Ramblas in Barcelona. Foto: rtr

Der Terroranschlag von Barcelona mit vielen Toten und Verletzten verursacht unermessliches menschliches Leid – aber er hat auch eine ökonomische Dimension. Denn die Attacke fand in einer Stadt und in einem Land statt, die wie wenige andere in Europa vom Tourismus leben. Unter den Opfern von Barcelona sind zahlreiche Ausländer, darunter Deutsche. Sie waren zur Tatzeit auf den weltberühmten Ramblas der katalanischen Hauptstadt unterwegs und genossen die Leichtigkeit sowie die Lebenslust, für die Spanien insgesamt steht.

Spanien war besonders von der Wirtschafts- und Währungskrise der vergangenen Jahre betroffen, berappelt sich seit einigen Jahren aber wieder. Das ist insbesondere auf den Tourismus-Boom zurückzuführen. Wenn man so will, ist das Land ein Profiteur der politischen Großwetterlage: In der Türkei und in Nordafrika steckt die Reisebranche auch aufgrund wiederholter Terroranschläge in der Krise.

Die sonnenhungrigen Touristen aus dem Norden und Osten Europas steuern deshalb verstärkt andere Ziele rund ums Mittelmeer an. Und zwar bevorzugt solche, in denen nicht nur das Preis-Leistung-Verhältnis stimmt. Sondern die auch Offenheit, politische Stabilität und Sicherheit versprechen. Für all das steht das EU-Mitglied Spanien – weshalb ein spektakulärer Terroranschlag in einer Fremdenverkehrs-Hochburg auch eine Attacke auf die Volkswirtschaft ist. Wenn sich unter Touristen nun Terrorangst breit machen würde, könnten einige von ihnen Reisen stornieren oder in Zukunft ganz davon absehen, welche nach Spanien zu buchen.

Ärger über Billigreisen

Barcelona ist in Europa die Nummer fünf im Markt der Städtereisen. Fast 20 Millionen Hotelübernachtungen gab es dort 2016. Nur in London, Paris, Berlin und Rom waren es mehr, berichtet die Organisation „European Cities Marketing“. So wie andernorts ist der Tourismus-Boom allerdings auch in Kataloniens Hauptstadt hochgradig umstritten. Es geht um Verdrängung, steigende Mieten und einen Verlust an Authentizität. Billigflieger und Online-Unterkunftsvermittler wie Airbnb bringen immer mehr Reisende in die Stadt, die sich oft auch schlecht benehmen.

Spanien insgesamt gehört mit Frankreich und den USA zu den drei wichtigsten Tourismuszielen der Welt. Allein im vergangenen Jahr kamen fast 76 Millionen internationale Gäste ins Land, gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von mehr als zehn Prozent. Nach Berechnungen der Branchenvereinigung „World Travel & Tourism Council“ trägt der Tourismus in Spanien etwa ein Siebtel zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. Damit wäre seine Bedeutung für das Land vergleichbar mit der  Automobilindustrie für Deutschland.

Berücksichtigt bei dieser Rechnung ist allerdings nicht nur die Wertschöpfung in der Branche selbst, also etwa in Hotels, Restaurants, bei Mietwagenfirmen oder Fluggesellschaften. In die Rechnung fließen auch die Aktivitäten von Zulieferern und Dienstleistern ein, zum Beispiel Nahrungsmittelproduzenten, Reinigungsfirmen oder Energieanbietern. All das schafft Jobs und löst Nachfrage sowie Investitionen aus – etwa in Infrastruktur und Immobilien.

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