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Anschlag in Berlin Amri-Ermittler übersahen Foto auf seinem Handy

Die nächste Ermittlungspanne im Fall Anis Amri betrifft ein Handyfoto, auf dem der Berliner Attentäter mit einer Waffe posiert. Wegen eines Datenfilters war es übersehen worden.

27.11.2017 13:03
Berliner Anschlag
Amri hatte im Dezember 2016 mit einem Lastwagen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet. Foto: dpa

Knapp ein Jahr nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt ist eine weitere Ermittlungspanne bekanntgeworden. Fotos, auf denen der islamistische Attentäter Anis Amri mit einer Waffe posiert, seien bei der Auswertung seines Handys wegen eines Datenfilters übersehen worden, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Düsseldorf. Es handele sich vermutlich um eine Gas- oder Schreckschusspistole.

Amris Mobiltelefon war Monate vor dem Anschlag in Berlin beschlagnahmt und ausgewertet worden. Darauf seien über 12.000 Mediendateien gespeichert gewesen. Wegen der Filtereinstellung seien Fotos mit schlechter Qualität nicht gesichtet worden, darunter sieben Bilder, die Amri mit Waffen zeigen. Zuvor hatte „Focus Online“ über die Panne berichtet.

Hätten die Fotos für einen Haftbefehl gereicht?

„Hier ist ein Fehler passiert, der nicht hätte passieren dürfen“, sagte Reul. Ob dies zu einer anderen Einschätzung Amris geführt hätte, könne er nicht sagen. Für einen Haftbefehl hätten die Fotos jedenfalls nicht gereicht. Die Daten hätten allerdings nicht nur dem nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA), sondern auch dem Berliner LKA und dem BKA vorgelegen.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet. (dpa)

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