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Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt Nazis könnten Gedenkfeier am Breitscheidplatz stören

Für Dienstag ist die zentrale Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags geplant – doch sie könnte von Rechtsextremen gestört werden. Die NPD meldet eine Kundgebung am Jahrestag des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt an.

Ein Jahr nach dem Terroranschlag in Berlin
Ein Jahr nach dem Terroranschlag in Berlin: Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz. Foto: dpa

Zwölf Menschen verloren beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016 ihr Leben, 70 wurden auf dem Breitscheidplatz verletzt als Anis Amri einen Sattelschlepper in die Menschenmenge steuerte. Für Dienstag ist die zentrale Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags geplant – doch sie könnte von Rechtsextremen gestört werden.

Die Berliner Polizei bestätigte am Sonntag, dass insgesamt drei Kundgebungen ebenfalls für den Dienstag angemeldet seien – alle in unmittelbarer Nähe zum Breitscheidplatz. „Die Grenzen schließen, nicht die Weihnachtsmärkte“, heißt die Kundgebung, die von einem NPD-Mitglied angemeldet worden ist. Der Initiator rechnet mit 50 Teilnehmern. Die Veranstaltung soll zwischen der Rankestraße und Marburger Straße stattfinden – bis zur Gedächtniskirche sind es keine 100 Meter.

Mit 200 Teilnehmer rechnet ein Privatanmelder, der eine Kundgebung zwischen Kurfürstendamm und Rankestraße angekündigt hat, genau zwischen der NPD und dem Breitscheidplatz. „Berlin gegen Islamismus“ lautet das Motto. Im Aufruf heißt es, dass man keiner Partei oder Organisation verpflichtet sei. „Wir vermissen eine öffentliche und freie Diskussion über die Gefahren des Islamismus“, schreiben die Veranstalter. Als Redner soll unter anderem Samuel Schirmbeck, Journalist und Autor, auftreten. Alice Schwarzer soll ein Grußwort halten. Die Kundgebung sei „keine Störaktion“ und man werde „Personen, die rechtsextremen oder islamistischen Organisationen angehören“ nicht dulden, schreiben die Initiatoren.

Eine dritte Kundgebung organisiert ein Mitglied der Linken: Maximilian Schirmer engagiert sich im Berliner Bündnis gegen Rechts. „Die Kundgebung soll in Co-Existenz mit der offiziellen Gedenkfeier stattfinden. Das ist auch mit der Polizei abgesprochen. Wenn es Schweigeminuten oder Ansprachen geben sollte, werden wir die natürlich nicht mit eigenen Reden oder Sprechchören stören“, sagte er der FR.

Demo gegen rechte Hetze

Schon im vergangenen Jahr hatten die Aktivisten nach dem Anschlag eine ähnliche Kundgebung organisiert, um Angehörigen und Betroffenen beizustehen. „Solidarität statt Hetze“, heißt die Veranstaltung, für die in Berlin mit Plakaten geworben wird. Sie ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite der beiden anderen Kundgebungen angemeldet. Man wolle sich solidarisch gegen Hass und rechte Hetze zeigen. „Die Antwort auf Hass darf nicht Hass sein“, sagt er.

Alle drei Veranstaltungen finden nach dem nicht-öffentlichen Teil der Gedenkfeier in der Gedächtniskirche statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird bei der Andacht am Morgen anwesend sein, aber keine Rede halten. Das übernimmt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch Abgeordnete des Berliner Senats, Botschafter und Minister werden erwartet. Bereits am Montagnachmittag empfängt Merkel im Kanzleramt Verwandte der Todesopfer, damals verletzte Menschen und ihre Angehörigen.

Gedenkort wird eröffnet

Am Dienstagmittag wird Berlins Regierender Michael Müller (SPD) den Gedenkort für die Terroropfer vor der Kirche mit einer Ansprache eröffnen: An den Stufen vor der Kirche sollen die Namen der zwölf Toten zu lesen sein. Durch den Boden zieht sich ein Riss, der mit goldener Farbe aufgefüllt wird. Er soll den Riss durch das Leben vieler Menschen symbolisieren, den der Terroranschlag verursacht hat.

Danach findet von 14 bis 22 Uhr die offizielle Kundgebung „Wir stehen zusammen“ statt, die von der AG City angemeldet wurde – die Händlerorganisation der Kurfürstendammanrainer. Rund 2000 Menschen werden erwartet, es wird ein ökumenisches Friedensgebet und Mahnwachen geben. Um 20:02 Uhr, der Zeitpunkt als Amri in den Weihnachtsmarkt raste, werden die Glocken der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zwölf Minuten lang läuten.

Der gesamte Bereich wird sich in dieser Zeit in eine Hochsicherheitszone verwandeln, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Der Breitscheidplatz und die angrenzende Budapester Straße werden vom frühen Morgen an bis zum Abend des Jahrestages abgesperrt.  (mit dpa)

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