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Syrische Flüchtlinge Flucht vor Militärschlag

Aus Angst vor dem erwarteten Angriff auf das syrische Regime haben Tausende Syrer ihre Häuser verlassen. Sie überqueren die Grenze zum Libanon oder suchen Zuflucht in der syrischen Hauptstadt. Auch der Flüchtlingsstrom nach Italien reißt nicht ab.

28.08.2013 15:15
Der Flüchtlingsstrom aus Syrien reißt nicht ab. Foto: dpa/SANA

Aus Angst vor dem erwarteten Angriff auf das syrische Regime haben Tausende Syrer ihre Häuser verlassen. Binnen 24 Stunden überquerten etwa 10 000 Syrer die Grenze zum Libanon. "Es waren Zivilisten, hauptsächlich Frauen und Kinder aus verschiedenen Vierteln von Damaskus, die über den Grenzübergang Masnaa kamen", sagte ein libanesischer Grenzwächter am Mittwoch.

Unterdessen suchten andere Familien Zuflucht in der syrischen Hauptstadt. Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der Ortschaft Moadhamijat al-Scham südwestlich von Damaskus berichteten, regimetreue Familien aus nahe gelegenen Wohnsiedlungen seien auf Lastwagen mit ihrem Hab und Gut am Stützpunkt der 4. Division vorbei nach Damaskus gefahren. Einige Soldaten an der Front hätten sich ihren Familien anschließen sollen. Sie seien aber von Offizieren daran gehindert worden.

Die oppositionelle Nationale Syrische Allianz berichtete, das Regime plane möglicherweise schon sehr bald einen Giftgas-Angriff auf christliche Vororte von Damaskus. Damit wolle man erreichen, "dass die Karten auf internationaler Ebene neu gemischt werden". Die Regierung hatte erklärt, nicht die Regierungstruppen, sondern islamistische Rebellen hätten im Umland von Damaskus Giftgas eingesetzt.

Regimegegner in dem Bezirk Al-Ghuta Al-Scharkija berichteten am Nachmittag, die Inspekteure hätten ihre Untersuchung dort abgeschlossen und sich die Rückfahrt nach Damaskus angetreten.

Derweil reißt der Flüchtlingsstrom vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien nach Italien nicht ab. Begleitet von der Küstenwache kamen am Mittwoch mehr als 350 syrische Migranten in der Hafenstadt Syrakus an der Ostküste Siziliens an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums haben damit im Jahr 2013 bislang 2872 syrische Flüchtlinge das Land erreicht.

Ein Boot mit 191 Menschen an Bord war den Angaben der Ansa zufolge am Morgen in Seenot geraten und die Flüchtlinge waren von der Küstenwache gerettet worden. Unter den Passagieren war auch ein während der Fahrt über das Mittelmeer geborenes Baby. Es wurde mit seiner Mutter in ein Krankenhaus gebracht, beiden geht es gut.

Ein zweites nicht mehr fahrtüchtiges Boot mit 164 Migranten an Bord war ebenfalls vor Syrakus gestrandet. Zwei Schiffe der italienischen Küstenwache brachten die Flüchtlinge in Sicherheit. Das Boot war von Fischern bemerkt worden, die dann Alarm geschlagen hatten. Seit Dienstag haben insgesamt mehr als 500 Flüchtlinge die italienischen Küsten erreicht, die meisten von ihnen aus Syrien. (dpa)

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