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Syrien Streit über Giftgasangriff eskaliert

Moskau und Washington geraten im Syrien-Krieg immer heftiger aneinander. Israel soll einen Stützpunkt beschossen haben.

Mutmaßlicher Giftgasangriff in Syrien
Knapp davongekommen: Überlebende des mutmaßlichen Gasangriffs. Foto: dpa

In Syrien wächst die Gefahr, dass Russland und die Vereinigten Staaten direkt aneinandergeraten. Moskaus Außenminister Sergei Lawrow sprach am Montag von einer „höchst gefährlichen Entwicklung“. Ausgelöst wurde die jüngste Eskalation am Samstagabend durch einen schweren Giftgasangriff auf die Stadt Duma, der mindestens 42 Menschen das Leben kostete. US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron machten den syrischen Diktator Baschar al-Assad für das Massaker verantwortlich und drohten heftige Vergeltung an. 

In der Nacht zu Montag tauchten dann F-15-Kampfjets am Himmel des Libanon auf und feuerten Raketen auf die syrische Luftwaffenbasis Tiyas, die auf halbem Wege zwischen Homs und Palmyra liegt. Washington und Paris dementierten umgehend, an diesem Militärschlag beteiligt gewesen zu sein, bei dem nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 14 Soldaten starben, unter ihnen auch iranische Militärs. So bezichtigten am Montag das Assad-Regime und Russland gemeinsam die israelische Luftwaffe, den Angriff geflogen zu haben. Insgesamt seien acht Raketen abgefeuert worden, von denen drei ihr Ziel erreichten, heißt es aus dem Verteidigungsministerium in Moskau. Fünf Geschosse seien von der syrischen Luftabwehr abgefangen worden.  

Assad soll „hohen Preis“ bezahlen  

Weiterhin unklar blieb dagegen am Montag, welche Art von Vergeltung Trump und Macron planen. Assad werde einen „hohen Preis“ bezahlen, hatte Trump am Wochenende getwittert. Macron ließ erklären, Frankreich werde seine Pflicht tun und seiner Verantwortung gerecht werden. Auch Großbritanniens Außenminister Boris Johnson forderte „eine entschiedene und robuste internationale Antwort“. Am Montagabend will sich der UN-Weltsicherheitsrat mit dem Massaker befassen.

Trump ließ das syrische Regime zuvor schon einmal attackieren. Am 7. April 2017 trafen 59 Cruise Missiles den Shayrat-Fliegerhorst, von dem aus offenbar der Giftgasangriff auf die nordsyrische Stadt Chan Schaichun geflogen worden war. Damals starben 80 Menschen. Jetzt in Duma kamen die meisten der mindestens 42 Opfer in Schutzräumen ums Leben, in deren Nähe ein Kampfhubschrauber eine Fassbombe mit einer unbekannten chemischen Substanz abwarf. 

Fotos zeigen apokalyptische Szenen, erstickte Frauen, Männer und Kinder, denen weißer Schaum aus Mund und Nase quillt. Der jüngste Giftgaseinsatz sollte offenbar den Willen der verbliebenen Rebellen in Duma brechen, nachdem ein Tag zuvor, am Freitag, die Verhandlungen über eine Waffenruhe gescheitert waren. Am Sonntag stimmte die Rebellengruppe Dschaisch al-Islam ihrer Evakuierung dann doch zu. 

In den nächsten Tagen werden 8000 Kämpfer plus 40 000 Angehörige in die Provinz Idlib transportiert, der einzigen noch verbliebenen Hochburg der Aufständischen. Danach wäre die gesamte Region Ost-Ghuta wieder in der Hand des Regimes. Die Rückeroberung der Enklave ist ein ähnlich wichtiger militärischer Erfolg für Assad wie ein Jahr zuvor der Sieg über die Rebellen in Ost-Aleppo.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Syrien

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