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Syrien-Konflikt Türkei: Syrien schießt Kampfjet ab

Von Syrien aus ist offenbar ein türkisches Militärflugzeug abgeschossen worden. Das erklärte die türkische Regierung nach einem Krisentreffen. Der Jet stürzte acht Seemeilen vor der syrischen Küste ins Mittelmeer.

22.06.2012 18:02
Ein F-4-Kampfjet der türkischen Luftwaffe (Archivbild). Foto: dapd

Der über dem Mittelmeer vermisste Kampfjet der türkischen Luftwaffe ist von syrischen Streitkräften abgeschossen worden. Das bestätigte das Büro von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die zwei Piloten an Bord des Flugzeugs vom Typ F-4 würden weiter vermisst. Die Türkei werde in einer Reaktion „entschlossen notwendige Schritte einleiten“, hieß es. Weitere Details wurden nicht genannt. Das in Malatya gestartete Flugzeug war am Freitagmittag vom Radarschirm verschwunden.

Die Suche nach den beiden Piloten und dem Wrack werde gemeinsam mit Syrien fortgesetzt, hieß es in einer Mitteilung. Das Verhältnis zwischen der syrischen Führung und der türkischen Regierung, die mit den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad sympathisiert, ist seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. Die syrischen Deserteure unterhalten ein Lager in der Türkei.

Nach Angaben der türkischen Armee war das Flugzeug um 7.30 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MESZ) im osttürkischen Malatya gestartet und danach im Südwesten der Provinz Hatay an der Grenze zu Syrien vom Radar verschwunden.

Syrische Führung soll sich entschuldigt haben

Die Zeitung „Habertürk“ berichtet, dass sich die syrische Führung laut Erdogan für den Absturz entschuldigt habe. „Syrien hat umgehend eine sehr ernsthafte Entschuldigung für den Vorfall angeboten und eingestanden, dass es ein Irrtum war“, sagte Erdogan der Zeitung zufolge. Die genauen Hintergründe des Verschwindens der Maschine von den Radarschirmen waren jedoch zunächst unklar.

Der türkische Nachrichtensender NTV berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass das Flugzeug über syrischem Hoheitsgebiet ins Meer gestürzt sei. Die syrische Grenze sei dabei nicht verletzt worden.

An der Krisensitzung unter Erdogans Vorsitz sollen laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu auch Außenminister Ahmet Davutoglu, Verteidigungsminister Ismet Yilmaz und Generalstabschef Necdet Özel teilgenommen haben. (dpa/Reuters/afp)

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