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Studie Richter verlieren beim Gehalt den Anschluss

Richter und Staatsanwälte verdienen inzwischen drastisch weniger als Juristen in Unternehmen, zeigt eine vom Richterbund in Auftrag gegebene Studie.

Gerichtszentrum | Gericht Frankfurt | 08.05.2017
Richter und Staatsanwälte verlieren im Gehaltsvergleich mit Juristen in Unternehmen immer mehr den Anschluss. Foto: Peter Juelich

Richter und Staatsanwälte verlieren im Gehaltsvergleich mit Juristen in Unternehmen und großen Anwaltskanzleien immer mehr den Anschluss. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Deutschen Richterbund in Auftrag gegebene Studie der Kienbaum Consultants International GmbH. Ihr zufolge haben sich die Gehälter von Mitarbeitern ohne Führungsrolle in der Wirtschaft und in Kanzleien im 25-Jahres-Vergleich etwa verdoppelt. Der Zuwachs bei den Einkommen für Berufseinsteiger in der Justiz habe zwischen 1992 und 2017 lediglich 50 Prozent betragen.

Wer heute als lediger Richter oder Staatsanwalt in den Beruf einsteige, erhalte im bundesweiten Durchschnitt rund 48.000 Euro brutto im Jahr, so die Studie. Ein vergleichbarer Prädikatsjurist in einem Unternehmen verdiene hingegen im Durchschnitt 87.000 Euro jährlich, während ein Anwalt in einer Großkanzlei auf der ersten Karrierestufe im Schnitt sogar 118.000 Euro pro Jahr erhalte.

Richterbund plädiert für bundeseinheitliche Besoldung

„Angesichts dieser Entwicklung wird es immer schwerer, junge Juristen für eine Laufbahn als Richter oder Staatsanwalt zu gewinnen“, sagte das Präsidiumsmitglied des Deutschen Richterbundes, Marco Rech, der FR. „Dabei braucht die Justiz gerade in den nächsten Jahren verstärkt Nachwuchs, weil eine gewaltige Pensionierungswelle auf Gerichte und Staatsanwaltschaften zurollt.“ Die Besoldungspolitik vieler Länder sei kurzsichtig und drohe die hohe Qualität der Justiz zu gefährden.

Schließlich wächst nach Angaben der Berufsvereinigung die Kluft zwischen den Bundesländern. So habe ein junger lediger Richter oder Staatsanwalt ohne Kinder im Land Baden-Württemberg für die gleiche Arbeit im Jahr 2017 fast 6000 Euro weniger erhalten als sein Kollege im benachbarten Bayern. 

Der Richterbund plädiert für eine bundeseinheitliche Besoldung. Erst unlängst  beklagte er einen eklatanten Personalmangel in der Justiz. Es fehlten bundesweit 2000 Richter und Staatsanwälte.

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