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Studie Die Deutschen fürchten Donald Trump

Laut einer aktuellen Studie haben die Deutschen mehr Angst vor US-Präsident Donald Trump als vor internationalem Terrorismus.

Donald Trump
Es klingt verrückt, aber Donald Trump hat es geschafft: Die Deutschen haben mehr Angst vor dem US-Präsidenten als vor Terrorismus. Foto: dpa

Im Jahr 2018 fürchten die Deutschen Donald Trump wie sonst nichts auf der Welt, direkt gefolgt von Sorgen um die „Überforderung“ Deutschlands durch Flüchtlinge und den Anstieg von Spannungen durch den Zuzug von Ausländern. Das ergab die repräsentative Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“, welche die Versicherung R+V jährlich erstellen lässt. Rund 2400 Menschen im Alter ab 14 Jahren wurden dafür im Sommer gefragt, was ihnen aktuell am meisten Sorgen bereite.

Der US-Präsident kam in der aktuellen Auflage der Studie zum ersten Mal vor und landete mit 69 Prozent gleich auf dem Spitzenplatz. Es gibt Standardthemen, die sich seit der ersten Studie 1992 wiederholen. Je nach Weltlage werden jedoch neue Fragen hinzugefügt. Das aktuelle Ergebnis bedeutet, dass mehr als zwei Drittel der Befragten angaben, große Angst vor einer gefährlicheren Welt durch die Politik des US-Präsidenten zu haben.

Zuwanderung ist ein Thema

An zweiter Stelle rangiert mit 63 Prozent die Furcht, die Deutschen und die Behörden könnten durch den Zustrom an Flüchtlingen überfordert werden. Gleichauf auf Platz drei sind die Sorgen, der Zuzug von Migranten könne zu Spannungen zwischen Deutschen und den hierzulande lebenden Ausländern führen. Zu den zehn meistgenannten Punkten zählen allgemeine Überforderung der Politiker, Terrorismus, Kosten für den Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise, politischer Extremismus, Naturkatastrophen, Schadstoffe in Nahrungsmitteln und die Furcht, im Alter zum Pflegefall zu werden.

Erstmals wurde neben einem Ost-West-Vergleich auch nach Nord-Süd-Unterschieden gesucht. Dabei gelte unterm Strich, dass der Osten in einzelnen Fragen etwas ängstlicher sei als der Westen und der Süden ängstlicher als der Norden. Spitzenreiter der Ängste unter den Bundesländern ist Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 63 Prozent (plus zehn Prozentpunkte gegenüber 2017). Am deutlichsten zurückgegangen sind die Ängste in Thüringen auf 48 Prozent (minus vier Prozentpunkte). Außerdem gilt: Frauen sind etwas ängstlicher als Männer, und ab 20 Jahren wachsen mit zunehmenden Lebensalter die Ängste,

Die guten Nachrichten: Die Angst vor Arbeitslosigkeit liegt auf einem historischen Tiefstand. Aus den Top 10 verschwunden auch die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten, die in den Nullerjahren oft den ersten Platz belegt hatte.

Wie hat es aber Donald Trump geschafft, sich in der Angstskala der Deutschen in allen Altersgruppen am höchsten zu platzieren? „Die Deutschen sind alarmiert durch das Tun und Lassen des amerikanischen Präsidenten“, sagt Manfred G. Schmidt, der die Studie seit 14 Jahren leitet und als Professor an der Universität Heidelberg Politische Wissenschaft lehrt. Er glaubt, dass Trumps Attacken auf internationale Vereinbarungen, den Freihandel und die Europäische Union die Menschen hierzulande tief beunruhigen. Trumps Angriffe auf Deutschlands Exportwirtschaft und auf die Nato stellten Pfeiler der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik infrage, wie das noch nie zuvor geschehen sei. „Diese Infragestellung trifft die deutsche Politik völlig unvorbereitet, und ich muss selbstkritisch sagen, auch die Wissenschaft“, so Schmidt.

Eine Angst, die schon seit Beginn der Studie abgefragt wird, ist die vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern. Hier ist ein deutlicher Sprung zu beobachten: In den 90er Jahren zählte das Thema konstant nur bei gut 40 Prozent der Studienteilnehmer zu den größten Ängsten; in den Nullerjahren tauchte es im vorderen Teil der Liste gar nicht erst auf. Schmidt glaubt, dass es die Zuwanderung von Menschen aus fremden Kulturkreisen ist, verbunden mit Nachrichten von Terroranschlägen und Angriffen auf Deutsche, die diese Sorge seit 2016 schlagartig wieder ins Bewusstsein gerückt hat. (mit epd)

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