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Studenten-Proteste Eskalation in Chile

Seit Monaten demonstrieren chilenische Studenten, Schüler und Lehrer für Reformen im Bildungswesen und für die Abschaffung von Studiengebühren. Jetzt kam es erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

30.09.2011 10:23
Gewaltbereit: Seit Monaten ziehen sich die Proteste in Chile hin - jetzt eskalierte die Lage wieder. Foto: dpa

In der chilenischen Hauptstadt hat es am Donnerstag erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen demonstrierenden Studenten und der Polizei gegeben. Die Beamten gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, die die Sicherheitskräfte mit Steinen und anderen Gegenständen attackierten, wie im chilenischen Fernsehen zu sehen war. Die Organisatoren der Demonstration sprachen von 90.000 Teilnehmern. Die Polizei machte dazu keine Angaben.

Treffen mit Regierung

Die chilenische Regierung und die Führer der Studenten- und Lehrerbewegung haben am Donnerstag keine Annäherung ihrer Standpunkte bei der umstrittenen Reform des Erziehungswesens erreicht. „Es war ein schwieriges Treffen“, sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Jaime Gajardo nach dem zweistündigen Gespräch mit Erziehungsminister Felipe Bulnes.

Die Protestbewegung will weiterhin aktiv bleiben. Die Gespräche sollen am nächsten Mittwoch fortgesetzt werden, erklärte Bulnes. Bei verschiedenen Studentendemonstrationen wurden in Chile 114 Menschen festgenommen.

Viermonatiger Streik

Die Studenten fordern die Abschaffung der Studiengebühren in Schulen und Universitäten, und dass mindestens 60 Prozent der ärmeren Studenten Stipendien zugesichert bekommen. Ein viermonatiger Streik von Studenten und Schüler stellt Tausende von ihnen vor der Situation, das Studienjahr zu verlieren.

Trotz der Ausschreitungen nahmen die Anführer der Studentenproteste am Donnerstag Gespräche mit der Regierung über Reformen im Bildungswesen auf.
In Chile protestieren Schüler, Lehrer und Studenten seit Monaten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen. Die Umfragewerte des konservativen Staatschefs Sebastián Piñera fielen seit Beginn der Proteste auf 26 Prozent. (dpa/afp)

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