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Straßenverkehr Helmpflicht für Radfahrer

Verkehrsminister Ramsauer will den Kopfschutz vorschreiben. Es gebe zur viele tödliche Unfälle mit Radfahrern. Die Grünen lehnen ab: Erfahrungen in Australien würden zeigen, dass dann die Zahl der Radfahrer insgesamt sinke.

Große Auswahl: Knapp zehn Prozent der Fahrradfahrer tragen einen Helm. Foto: dapd

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) droht Radfahrern mit einer generellen Helmpflicht, falls sie nicht freiwillig einen Kopfschutz tragen. Sollte sich der Anteil der Helmträger in den kommenden Jahren nicht auf deutlich mehr als 50 Prozent erhöhen, „dann muss man fast zu einer Helmpflicht kommen“, sagte Ramsauer am Dienstag in Berlin. Ihm widerstrebe es zwar, weitere Vorschriften zu erlassen. „Auf der anderen Seite stehen aber vielleicht Hunderte Leben, die damit gerettet werden“, fügte Ramsauer hinzu. „Mich treibt das um“, so der Minister.

Nach den Angaben Ramsauers tragen derzeit nur rund neun Prozent der Fahrradfahrer einen Helm. Dem gegenüber steht die Zahl der tödlichen Unfälle. 450 Radfahrer starben nach den Erhebungen des Ministeriums im vergangenen Jahr im Straßenverkehr. Ramsauer sprach von einem signifikanten Anstieg. Die Hälfte der Verunglückten starb an einer Kopfverletzung.

Der Minister betonte, er setze zunächst auf Freiwilligkeit. Jedoch kenne er die mühsame Diskussion etwa zwischen Eltern und ihren Kindern aus eigener Erfahrung. „Da wird der Helm an der nächsten Ecke wieder abgesetzt, um möglichst cool an der Schule anzukommen“, sagte Ramsauer, der selbst vier Töchter hat.

In seinem neuen Verkehrssicherheitsprogramm, das im November vorgelegt werden soll, wird laut Ramsauer zwar eine Helmpflicht thematisiert, aber noch nicht verordnet. Er machte zugleich darauf aufmerksam, dass auch aus der EU eine verpflichtende Regelung kommen könnte, die dann in Deutschland umgesetzt werden müsse.

Der Koalitionspartner FDP zeigte sich offen für eine Helmpflicht für Kinder. Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic sagte der Saarbrücker Zeitung, alles andere könne nur „die ultima ratio“ sein.

Die Grünen lehnen eine Pflicht generell ab. „Eine Helmpflicht für Radfahrer kann nur unwesentlich ihre Sicherheit erhöhen“ , sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter, der Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung. Vielmehr würde die Zahl der Radfahrer sinken, wie die Helmpflicht in Australien zeige. Er setze daher auf Freiwilligkeit. Radfahrern nutze vor allem die sichere Gestaltung der Straßen und Radwege sowie eine übersichtliche Beschilderung.

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