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Städtetag Sexismusvorwürfe gegen Boris Palmer

Der Grünen-OB Boris Palmer soll auf dem Städtetag eine Politikerin von „Die Partei“ mit sexistischen Sprüchen provoziert haben. Alles nur Satire?

Bad Boy
Boris Palmer spielt gerne mal den Bad Boy bei den Grünen. Foto: imago

Der Deutsche Städtetag in Nürnberg dürfte von vielen nicht registriert worden sein. Dabei nahm er sich die bedeutungsschwangeren Themen „Heimat – Zukunft – Stadt“ vor: „Städte sind vielen Menschen Heimat in einer unruhiger werdenden Welt. Städte sind Zukunft, weil sie Wandel gestalten. Städte sorgen bei allen globalen politischen Veränderungen für Lebensqualität“, formulierte es der PR-Beauftragte auf der Webseite der Veranstaltung, an der gewählte Lokalpolitiker*innen teilnahmen.

Darunter auch Parteienvertreter*innen von „Die Partei“ sowie der Grüne Boris Palmer. Der geriet in der Vergangenheit gerne einmal in die Schlagzeilen, da nicht wenige ihm zutrauen, seine Partei unter 5 Prozent zu bringen. Und dies deshalb, da der Oberbürgermeister von  Tübingen bei der AfD besonders beliebt sein dürfte, für die er „mehr Toleranz“ (Die Zeit) einfordert.

Außerdem lässt er in Sachen offener Flüchtlingspolitik die linke Empathie-Linie gerne mal rechts liegen, wenn er beispielsweise mutmaßliche junge Flüchtlinge, die beim Schwarzfahren erwischt werden, fotografiert und das Bild auf Facebook postet. Nun schreibt er auch noch an einem Buch: „Wir können nicht allen helfen. Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit.“   

Das ist insofern interessant, weil jener Herr Palmer nicht nur damit seine eigene Partei an die „Grenzen der Belastbarkeit“ bringen könnte, sondern auch ein möglicher Vorfall auf dem Nürnberger Städtetag.

Dort soll er sich sexistisch und frauenfeindlich gegenüber Andrea Kübert geäußert haben, Würzburger Politikerin und auf Platz eins der „Partei“-Landesliste Bayern.

Am 31. Mai habe er sich beim Empfang im Nürnberger Rathaus ihrer Aussage zufolge unter anderem auf ihr Winken hin zum Tisch der „Partei“ begeben, sich abfällig über „Die Partei“ geäußert und folgenden Wortlaut an sie gerichtet: „Was wollen Sie?  Sie sind ein Mensch zweiter Klasse, wie eigentlich alle Frauen. Ja, ja, Hauptsache Titten“, woraufhin die Gruppe ihn „vom Tisch weggeschickt“ habe.  

Nico Wehnemann, Stadtverordneter „Die Partei“ in Frankfurt, hatte den möglichen Vorfall am 2. Juni auf Facebook öffentlich gemacht und auf seiner Seite diskutiert. Auf Nachfrage der FR teilte Andrea Kübert mit, selten so sprachlos gewesen zu sein. Mit Palmer, so Kübert, habe sie vorher in den sozialen Medien noch keinen Kontakt gehabt.

Boris Palmer äußerte sich zu den Vorwürfen per Mail: „Glauben Sie wirklich, welchen Unsinn Mitglieder der Partei verbreiten? Reine Satire. Die Worte sind gefallen, und zwar von Frau Kübert.“

Dieser Aussage widersprechen beim Vorfall Anwesende per Eidesstattlicher Erklärungen, die der FR vorliegen. Auf erneute Nachfrage wiederholt Palmer, die Worte seien von den Personen gefallen, „auf die Sie sich berufen. Ich habe einiges davon wiederholt im Tonfall der Ironie.“

Er sehe keinen Grund, sich weiter zu äußern, fügt dann allerdings an: „Das Gespräch fing an mit den Worten: ‚Da kommt ja der AfD-Bürgermeister.‘“ Er sei auf die „dümmlichen Provokationen“ nicht eingegangen, weshalb sie es jetzt „auf diesem Weg“ versuchten. „Mich erstaunt nur, dass ein seriöses Medium bei der Quelle „die Partei“ auch nur eine Sekunde daran denkt, das könne irgendwie seriös sein.“

Bei den heftigen Vorwürfen steht Aussage gegen Aussage.

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