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Online-Petition Kämpfer für Wikileaks

Während Washington mit aller Macht gegen Wikileaks vorgeht, wächst der Widerstand im Internet rasant. Am Donnerstag startete die Online-Plattform Avaaz eine Petition für Wikileaks.

10.12.2010 08:31
Andreas Kraft

Binnen weniger Stunden unterzeichneten online gut 250.000 Nutzer aus aller Welt den Aufruf der Nichtregierungsorganisation an die US-Regierung, die „demokratischen Prinzipien und die Gesetze für Meinungs- und Pressefreiheit zu respektieren“. Ein Gericht solle entscheiden, ob Wikileaks Gesetze verletzt habe – nicht die Regierung.

Nach den Angriffen auf Mastercard und Paypal legte ein Netzwerk aus Internetaktivisten in der Nacht zu Donnerstag zeitweise offenbar auch die Internetseiten von Visa und der schwedischen Regierung lahm. Dafür haben sich offenbar Hunderte ein kleines Programm auf dem Rechner installiert, mit dem in schneller Abfolge Anfragen an die Firmen- und Regierungs-Server geschickt werden können. Dafür müssen die Nutzer die Adresse selbst eintragen. Sie können die Kontrolle auch abgeben und sich damit freiwillig einem Bot-Netz anschließen, was in Deutschland laut Experten aber illegal ist. Die Masse der Anfragen kann die attackierte Webseite dann nicht mehr verarbeiten. Faktisch ist sie damit nicht mehr zu erreichen.

Die Folgen der Angriffe bleiben weiterhin unklar. Während die britische BBC berichtete, dass zeitweise auch Server betroffen waren, die den Zahlungsverkehr etwa beim Online-Shopping abwickeln, stritt Mastercard das in einer öffentlichen Stellungnahme ab. Das Kerngeschäft sei zu keiner Zeit betroffen gewesen. Auch seien keine Kundendaten irgendeinem Risiko ausgesetzt gewesen.

Abwegig ist das nicht. Über Twitter gab das Anonymous-Netzwerk nur mastercard.com und visa.com als Ziele an. Diese Seiten stellen lediglich Informationen, etwa Service-Telefonnummern, bereit. Neben Twitter wurden die Angriffe zudem über Chat-Kanäle koordiniert. Anonymous ist allerdings keine Organisationen mit festen Hierarchien. Die Bewegung organisiert sich eher wie ein Schwarm. Per Chat wird offenbar über mögliche Ziele diskutiert.

Wikileaks wehrte sich inzwischen auf seine eigene Weise dagegen, dass Mastercard und Visa keine Spenden mehr an die Enthüllungs-Plattform weiterleiten. Die Seite veröffentlichte am Donnerstag einen Botschafts-Bericht, in dem deutlich wird, wie sich die US-Regierung für die Geschäftsinteressen der Unternehmen in Russland einsetzt.

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