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Bradley Manning vor Gericht "Kein Whistleblower, sondern ein Verräter"

Im Prozess gegen den Whistleblower Bradley Manning nennt die Staatsanwaltschaft den Obergefreiten schlichtweg einen Verräter. Das Militärgericht könnte bereits am Wochenende ein Urteil fällen.

26.07.2013 06:11
Bradley Manning wird nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft von Militärpolizisten zu einem Wagen eskortiert. Foto: AFP

Im US-Prozess gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning nähert sich die Stunde der Wahrheit. An diesem Freitag (ab 15.30 Uhr MESZ) wird die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Bereits am Wochenende könnte das Militärgericht in Fort Meade bei Washington ein Urteil fällen. Das Strafmaß wird allerdings erst später verkündet. Dem 25-jährigen US-Obergefreiten droht eine lange Haftstrafe.

Die Staatsanwaltschaft sprach am Donnerstag rund fünf Stunden lang - und richtete erneut schwerste Vorwürfe an Manning. „Er war kein Humanist, er war ein Hacker“, sagte Staatsanwalt Ashden Fein.

"Kein Whistleblower"

„Er war keine bedrängte junge Seele, er war ein entschlossener Soldat mit dem Wissen, der Fähigkeit und dem Willen, den USA und deren Kriegsanstrengungen zu schaden.“ Der Staatsanwalt fügte hinzu: „Er war kein Whistleblower, er war ein Verräter (...).“ Manning habe um den Wert der weitergereichten Dokumente für den Feind gewusst.

Manning hat zwar bereits gestanden, als Soldat im Irak 2010 Hunderttausende geheime Dokumente aus Armeedatenbanken an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben. Er habe das aber getan, um die Öffentlichkeit über den Krieg und Kriegsgräuel zu informieren. Er habe keine böse Absichten gehabt.

Staatsanwaltschaft will nicht die Todesstrafe

Das Verfahren ist der erste große Prozess gegen einen Whistleblower in den USA. Der schwerste Anklagepunkt lautet „Unterstützung des Feindes“, wofür die Todesstrafe droht. Die Staatsanwaltschaft hatte aber bereits vor dem Prozess signalisiert, dass sie die nicht fordern will.

Das Verfahren könnte als Präzedenzfall für weitere Whistleblower dienen – etwa für Wikileaks-Chef Julian Assange und den Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden. Assange hält sich seit längerem in der Londoner Botschaft Ecuadors auf, Snowden im Transitbereich des Moskauer Flughafens. Die USA wollen beide unbedingt vor Gericht stellen. (dpa)

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