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Trump-Regierung US-Forscher sind in Sorge

Wissenschaftler in den USA warnen vor den Folgen staatlicher Eingriffe und kündigen für den 22. April einen „March for Science“ an.

Trump setzt anachronistisch auf den uneingeschränkten Abbau fossiler Brennstoffe wie Kohle und Öl, auf das Fracking und neue Pipelines – auch gegen die Proteste amerikanischer Ureinwohner, deren Trinkwasser und heilige Stätten durch die Ölleitungen bedroht werden. Foto: rtr

In den Vereinigten Staaten formieren sich Wissenschaftler zum Protest gegen die Politik der Trump-Administration. Für den 22. April ist in Washington ein „March for Science“ angekündigt, eine Demonstration für die Wissenschaft. Der Hintergrund: Die bisherigen Schritte Trumps zeigen ein grundlegendes Denkverhalten, eine restriktive, antiaufklärerische Sicht auf die Gesellschaft – und die Wissenschaft als Teil von ihr. Ein Beispiel dafür sind etwa Versuche, unliebsame Forschung unter staatliche Kontrolle zu bringen oder zu beschränken: durch Streichung von Geldern für die Geisteswissenschaften oder einen Maulkorberlass für Klima- und Umweltforscher.

Der Begriff der „alternativen Fakten“ als Euphemismus für die Lüge hat bereits weltweit die Runde gemacht. Trump ist zum Beispiel nicht bereit, sich mit wissenschaftlichen Argumenten für einen menschengemachten Klimawandel zu befassen.

Stattdessen negiert ihn Trump, mit möglicherweise verhängnisvollen weltweiten Folgen. Er setzt gezielt und anachronistisch auf den uneingeschränkten Abbau fossiler Brennstoffe wie Kohle und Öl, auf das Fracking und neue Pipelines – auch gegen die Proteste amerikanischer Ureinwohner, deren Trinkwasser und heilige Stätten durch die Ölleitungen bedroht werden.

Wissenschaftler warnen davor, dass die Vereinigten Staaten durch die Trump’schen Beschränkungen und Eingriffe ihre Bedeutung als wichtigster Wissenschaftsstandort der Welt verlieren könnten. „Der wissenschaftliche Fortschritt hängt von Offenheit, Transparenz, dem freien Fluss von Ideen und dem Austausch von Menschen ab“, heißt es in einer Erklärung von 150 Forschungsgesellschaften. Sie verweisen auf Gebiete, in denen internationale wissenschaftliche Talente Amerika weltweit an die Spitze gebracht hätten: etwa mit dem Apollo-Programm, der Erforschung des Weltalls, im Hightech-Sektor mit Firmen wie Facebook, Google, Amazon, Microsoft und Apple oder in der biomedizinischen Forschung. Jeder zweite Doktorand in den USA stammt aus dem Ausland.

Die 150 Fachgesellschaften hatten sich in der vergangenen Woche in einem Brief an den US-Präsidenten Donald Trump gewandt und darin auch die Rücknahme seines (von der Justiz mittlerweile vorläufig ausgesetzten) Einreiseverbots für Menschen aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern gefordert. Dieses hätte tiefgreifende Auswirkungen auf die Wissenschaft und die technologischen Kapazitäten des Landes.

Statt „America great again“ zu machen, könnte Trump die USA in den Abgrund führen, auch wirtschaftlich – das befürchten viele Forscher. Bereits vor einiger Zeit sagte Michio Kaku, ein US-Physiker: „Wissenschaft ist der Motor des Wohlstands.“

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