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Krieg in Syrien USA wollen Schutzzonen in Syrien

Auf eine neue Direktive aus den Vereinigten Staaten kommen verhaltene Reaktionen aus der Türkei und Russland.

Die Schutzmaßnahmen in Syrien sind begrenzt, die USA, aber auch Frankreich und Deutschland plädieren für Schutzzonen Foto: rtr

Frankreichs Staatschef Francois Hollande hatte sie gefordert, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Durch Donald Trump kommen Schutzzonen für syrische Flüchtlinge jetzt wieder auf die internationale Agenda. „Ich bin absolut dafür“, sagte der neue US-Präsident dem Fernsehsender ABC.

In den nächsten Tagen will er das Pentagon und das Außenministerium beauftragen, innerhalb von drei Monaten entsprechende Pläne für Syrien und die umgebende Region auszuarbeiten, damit dort Flüchtlinge, „die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, auf eine Rückkehr in ihre Heimat oder eine Umsiedlung in Drittstaaten warten können“, wie es in dem Text heißt. Weitere Details allerdings sind nicht genannt, auch lässt die Direktive offen, wo die neuen Zufluchtsorte genau liegen sollen – innerhalb oder außerhalb Syriens.

Die Türkei reagierte verhalten, man werde die Konzepte der Amerikaner abwarten und prüfen, hieß es aus Ankara. Aus dem Kreml kam die Warnung, ein solcher Schritt sollte gründlich durchdacht werden. Am Samstag will Trump zum ersten Mal mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefonieren. Umgekehrt sind auch die Bedenken von amerikanischen Militärs und Politikern, die Vorgänger Barack Obama bei dem heiklen Thema stets abwinken ließ, nicht geringer geworden – im Gegenteil.

Das Schlachtfeld ist unübersichtlicher und komplexer denn je. Auch könnte die massive russische Militärpräsenz zu einer direkten Konfrontation zwischen beiden Großmächten führen – mit unkalkulierbaren Konsequenzen auch für andere Regionen der Welt. Denn Russland bezeichnete Schutzzonen in Syrien bisher immer als eine illegitime militärische Intervention, die entsprechend beantwortet werde.

Militär müsste aufstocken

Um Zivilisten auf syrischem Territorium vor Luftangriffen oder Bodenoffensiven zu schützen, wären die USA obendrein gezwungen, ihre Militärpräsenz erheblich aufzustocken und weitere Kampfjets sowie Flugzeugträger in die Region zu verlegen.

Im Ernstfall müssten die amerikanischen Piloten bereit sein, syrische und russische Angreifer abzuschießen. Gleichzeitig wären sie Moskaus modernen Flugabwehrraketen der Typen S-300 und S-400 ausgesetzt, die den gesamten syrischen Luftraum abdecken. Zusätzlich wären am Boden erhebliche Truppen nötig, damit keine Assad-Soldaten und Hisbollah-Milizen in die Schutzgebiete vordringen oder Dschihadisten sie als Rückzugsräume missbrauchen können. Das alles kostet sehr viel Geld – nach einer Kalkulation des Pentagon aus dem Jahr 2013 mindestens eine Milliarde Dollar pro Monat.

Will Trump diese Risiken und Kosten nicht tragen, bleibt nur eine US-Kooperation mit der Türkei im türkisch-syrischen Grenzgebiet, aus dem Erdogans Truppen und syrische Rebellen in den letzten fünf Monaten gemeinsam den „Islamischen Staat“ vertrieben haben und an dem das Regime in Damaskus kein Interesse hat.

Die erste Mini-Schutzzone auf syrischem Territorium richtete Ankara dieser Tage rund um die Grenzstadt Dscharabulus ein. 440 Anti-Assad-Rebellen, die in der Türkei als Polizisten geschult wurden, sind dort jetzt als Ordnungshüter eingesetzt. Insgesamt 5000 sollen es am Ende sein. Und wie Ankara meldet, kehrten die ersten 24 000 Vertriebenen bereits in ihre Wohnviertel zurück.

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