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Nach Vorwürfen gegen Brüderle "Aufschrei" auf Twitter gegen Sexismus

Unter dem Hashtag #Aufschrei schreiben Menschen auf Twitter ihre persönliche Erfahrungen mit Sexismus im Alltag nieder.

Die Menschen teilen ihre Erfahrungen zum Thema Sexismus auf Twitter. Foto: Screenshot/Twitter

Unter dem Hashtag #Aufschrei schreiben Menschen auf Twitter ihre persönliche Erfahrungen mit Sexismus im Alltag nieder.

Rainer Brüderle ist kein Einzelfall. Was Stern-Autorin Laura Himmelreich über Herrenwitze, Zoten und sexuelle Anspielungen berichtet, ist ein tief verankertes Problem in der deutschen Gesellschaft. Verbaler Sexismus und sexuelle Übergriffe sind weit verbreitet.

Nur wird das oft unter den Mantel des Schweigens gehüllt, aus Scham, aus Hilflosigkeit.

Auf Twitter sammeln seit Donnerstagabend Menschen unter dem Hashtag #Aufschrei ihre Erfahrungen. Gestartet wurde der Hashtag wohl von Anne Wizorek alias @marthadear. Gegen 10 Uhr liest sie die Reaktionen auf ihren Tweet so:

"wow, bin gerade erst wach geworden und sehe jetzt, wie #aufschrei nach letzter nacht angenommen wurde. <3"

Vier Tendenzen

Es gibt vier Tendenzen, was unter dem Hashtag geschrieben wird: Überwiegend berichten Frauen offen darüber, wie sie sich mit Sexismus oder sexuellen Anspielungen auseinandersetzen müssen (das Forum differenziert hierbei nicht). Hier einige anonymisierte Beispiele:

"der typ, der besoffen meine freundin an die wand drückte, so das ich mich zwischen sie schieben musste, um ihr zu helfen"

"Der Vermieter, der meinte, dass man so jungen, hübschen Dingern wie mir alles verzeiht. Den alten, hässlichen nicht."

"Sportlehrer, die beim Turnen "Hilfestellung" zu geben, so dass sie einen guten Griff an Stellen haben wo du es nicht willst"

"Die Typen, die dir in den Ausschnitt glotzen während man du dich mit ihnen unterhältst"

"Graue Masse an Typen, die dafür gesorgt haben, dass ich nachts nie ohne Pfefferspray in der Hand durch dunkle Straßen laufe."

"All die dummen Sprüche und ekligen Blicke, an die frau sich gar nicht mehr erinnert, weil sie die einfach immer verdrängt hat."

Dann gibt es die Männer, die sensibel und betroffen auf das Thema reagieren:

"#Aufschrei ist kein niederzuschlagender Angriff, sondern ein Dokument. Einfach nur zuhören und verarbeiten was passiert."

"Jungs, die von der Vätergeneration zur sanktionierenden Mittäterschaft aufgestachelt werden: "Nun komm! Sei doch keine Memme!"

"Endlich passiert auch in unseren Breiten mal was sinnvolles mit diesem Web 2.0"

Und welche, die sich einen Spaß daraus machen, das Thema ins Lächerliche zu ziehen. Sie sind deutlich in der Minderheit

"Ich fordere mehr #FKK Damit sich die Gemüter mal beruhigen... "

Was is'n da unter #aufschrei los? Kann man sich da anmelden, wenn man auch mal sexuell belästigt werden will?

Und dann gibt es natürlich noch Spam.

"Eine digitale Hysterie erkennt man, wenn #aufschrei in 100% aller Viagra-Spam-Tweet verwendet wird"

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