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Porträt Osama bin Laden

Die schillernde Figur des radikal-islamistischen Extremistenführers stammt ursprünglich aus Saudi-Arabien und aus einer kinder- und einflußreichen Familie.

25.09.2009 18:09
Um das Versteck von Osama Bin Laden zu finden, haben Geografen der Universität von Kalifornien eine ganze Reihe verschiedener Faktoren in ihre Überlegungen einbezogen: Beispielsweise Bin Ladens frühere Aufenthaltsorte, sein kultureller Hintergrund und sein physisches Erscheinungsbild. Foto: ddp

Die schillernde Figur des radikal-islamistischen Extremistenführers stammt ursprünglich aus Saudi-Arabien und aus einer kinder- und einflußreichen Familie. Geboren wird Osama bin Laden 1957 in Saudi-Arabien - je nach Quelle in Riad oder Dschidda. Sein Vater Mohammed Awwad bin Laden soll insgesamt über 50 Kinder gezeugt haben - Osama war das 17. davon.

Der gelernte Maurer bin Laden war aus der südjemenitischen Provinz Hadramaut in die Hafenstadt Dschidda gekommen und stieg dank König Abd al-Asis Ibn Saud zum führenden Bauunternehmer Saudi-Arabiens auf.

Die Saudi Binladin Group wurde 1931 gegründet. Um 1970 stirbt der Gründer und Vater Osamas bei einem Flugzeugabsturz - die Firma geht auf seine rund 20 Söhne über.

Osama bin Ladens Mutter stammt aus Syrien. Er wuchs in einem wohlhabenden, sozial und religiös sehr disziplinierten Umfeld in Dschidda auf. Mit 15 Jahren zu einem der Geschäftsführer des elterlichen Unternehmens ernannt, übernahm O. als Projektmanager auch bald direkte Verantwortung.

In den siebziger Jahren studiert Osama Hoch- und Tiefbau, nach anderen Quellen auch Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaften. Beeinflusst wird er von den Islamwissenschaftlern Abdullah Azzam und Mohammad Quttub. Großen Einfluss auf Osama hatten offenbar die Schriften des radikalen Hauptideologen der ägyptischen Muslimbruderschaft, Sayyid Qutb.

Dennoch lehnte die saudische Religionspolizei seine Bewerbung ab: Er wurde oppositioneller Umtriebe verdächtigt. Unter anderem soll er die ägyptischen Muslimbrüder unterstützt haben, die unter dem Verdacht standen, Terroristen zu sein.

Verwendung für Osama bin Laden hatte dagegen der saudische Geheimdienstchef Prin Turki al-Feisal: Er beauftragte ab 1982 Osama mit der Anlage von Nachschubwegen für den Widerstand gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan.

Ab 1984 rekrutierte Osama im pakistanischen Peschawar die Verstärkung der Widerstandskämpfer, der streng islamischen Mudschaheddin, die auch - über Pakistan - von den USA massiv mit Geld und Waffen unterstützt wurden. Als Truppenführer profilierte sich Osama bei der strategisch wichtigen Verteidigung der Stadt Jaji.

Osama bin Laden baute die 1986 die ersten militärischen Ausbildungslager für arabische Freiwillige. Um 1988 ging daraus ein Netzwerk zur Unterstützung islamischer Oppositioneller hervor, das später unter dem Namen El Kaida bekannt wurde. Vor Abzug der sowjetischen Streitkräfte soll Osama 1988 etwa 20.000 Kämpfer befehligt haben.

Wieder daheim in Saudi-Arabien machte sich Osama bin Laden mit Kritik am Königshaus unbeliebt. Er wollte westliche Einflüsse von der arabischen halbinsel tilgen und eine Theokratie errichten. Er wird aus Saudi-Arabien ausgewiesen, seine Familie sagt sich von ihm los.

Als Erbe von schätzungsweise 300 Millionen Dollar geht er in den vom islamischen Herrscher Omar Hassan Ahmad al-Bashir regierten Sudan. Er verlegt den Sitz von El Kaida 1992 dorthin und leitet weiter Ausbildungslager - baut aber auch Straßen und geht Handelsgeschäften nach.

Nach einem Attentat auf Osama bin Laden erreichen die USA und die UNO, dass der Mann aus Saudi-Arabien aus Khartum ausgewiesen wird. Er findet Unterschlupf in Afghanistan und errichtet in Kandahar eine Festung - noch als Gefolgsmann des Islamistenchefs Gulbuddin Hekmatyar. Er intensiviert seine Kontakte zu den aus afghanischen Flüchtlingslagern in Pakistan rekrutierten Taliban.

Die 1998 veröffentlichte "Kriegserklärung an die Amerikaner" nutzt Osama um sich selbst zum Mullah zu erklären und eine "Fatwa" (Rechtsgutachten" zu erlassen, die Muslime weltweit dazu aufrief, Amerikaner zu töten.

Obwohl Osama bin Laden mit mehreren Attentaten - die USA beschuldigen ihn der Beteiligung an mindestens 18 terroristischen Anschlägen - in Verbindung gebracht wird, gibt es bisher nur für einen Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi einen geständigen Mittäter, der eine zentrale Rolle Osamas bei der Tat bestätigte.

Osama steht seit 1999 auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher. Er gilt als Förderer, Organisator und zentrale Symbolfiguer mit mythischer Ausstrahlung für ein Netztwerk radikalislamischer Bewegungen und terriristischer Gruppen.

Er hat in einem der von ihm veröffentlichten Videos jede Beteiligung an dem Angriff auf die Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 zurückgewiesen - aber die Urheber beglückwünscht. 2004 bekannte er sich offen zu den Anschlägen in einem neuen Video.

2006 veröffentlichen französische Medien die Meldung, der Terroristenführer Osama bin Laden sei an Typhus gestorben - die Meldung kann aber nicht bestätigt werden.

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