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Fremdenfeindlichkeit Pegida kommt nach Frankfurt

Es gibt bereits zwei „Fragida“-Seiten im Netz. Der Zuwachs an Unterstützern ist beachtlich. Innerhalb von drei Tagen sind es bereits knapp 1 200.

12.12.2014 17:19
Martín Steinhagen, Hanning Voigts
In Düsseldorf halten Teilnehmer der Aktion "Abendspaziergang", ebenfalls Ableger von "Pegida", ein Bild von Salafist Pierre Vogel mit einer klaren Botschaft in die Höhe. Foto: dpa

Die islamfeindliche Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida), die in Dresden bereits 10 000 Menschen auf die Straße gebracht und damit eine bundesweite Debatte ausgelöst hat, bekommt offenbar einen Ableger in Frankfurt. „Wir hoffen, dass wir in Frankfurt am Main was auf die Beine gestellt bekommen“, schreiben die anonymen Initiatoren der neuen Facebook-Gruppe „Fragida – Frankfurt gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Obwohl es die Gruppe erst seit dem vergangenen Mittwoch gibt, hatten am Freitag bereits knapp 1200 Facebooknutzer auf „Gefällt mir“ geklickt.

Inhaltlich hat Fragida bisher hauptsächlich das Gründungspapier der Dresdener Gruppe Pegida geteilt, das gegen „Parallelgesellschaften“ wettert und sich in vagen Worten für den Schutz „unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur“ ausspricht. Außerdem verlinkt Fragida Texte des rassistischen Hetzportals „Politically Incorrect“ und der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. In einem eigenen Beitrag heißt es, die Deutschen hätten sicherlich „historisch einiges falsch gemacht“. Trotzdem wolle man „irgendwann wieder anfangen, stolz auf unsere Nation zu sein“.

Doch die Initiatoren dieser Fragida-Seite auf Facebook sind nicht die Einzigen, die in Frankfurt vom Wirbel um Pegida profitieren wollen: Hans-Peter Brill, Frankfurter Mitglied der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD), hat ebenfalls eine Facebookgruppe mit dem Namen Fragida gegründet – und sich die Internetadresse www.fragida.de gesichert. Bisher zeigt die Webseite lediglich eine Luftaufnahme von Europa und den Schriftzug „Fragida“.

Veranstaltung geplant

Die Themen, für die Pegida stehe – etwa die Angst vor „Islamisierung“ –, treibe die Menschen auch in Frankfurt um, sagte Brill der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern wolle er daher versuchen, „mit diesen Themen vernünftig umzugehen“. Unter dem Namen Fragida wolle er im Januar eine Veranstaltung organisieren, um über den Umgang mit Salafisten oder die Flüchtlingspolitik zu diskutieren. Er suche dabei eine „sinnvolle Auseinandersetzung“ und sei gegen das „Schüren von Ressentiments“, sagte Brill. Er finde es problematisch, nur an „dumpfe Bauchgefühle“ zu appellieren.

Im Netz kann man dagegen sehen, dass sich Brills Initiative wenig von der anderen Fragidagruppe unterscheidet: Hier spricht man sich für die „heimatnahe Unterbringung“ von Kriegsflüchtlingen, weniger Betreuer für Asylsuchende und gegen „Parallelgesellschaften“ aus.

Unter dem Namen „Kagida“ hatten vor zwei Wochen bereits rund 100 Menschen in Kassel demonstriert, unter ihnen etliche NPD-Funktionäre und Neonazis.

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