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Dresden Pegida veröffentlicht Positionspapier

Trotz der 19 Forderungen bleibt offen, was Pegida eigentlich ist und wohin es führen soll. Das Bündnis erklärt auch mit keinem Wort, woher eigentlich die große Gefahr für das Abendland kommen soll.

In Dresden haben sie Angst um den Untergang der Abendländischen Kultur. Foto: reuters

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Pegida, die montägliche Wutbürgerversammlung von Dresden, hat ein Positionspapier ins Netz gestellt. Die 19 Punkte finden auf einer DIN-A4-Seite Platz. Meist handelt es sich jeweils um einen Satz. Beispiel: "Pegida ist für die Aufnahme des Rechtes auf und die Pflicht zur Integration ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (bis jetzt ist da nur ein Recht auf Asyl verankert)!"

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Auf diesem Niveau spielt sich etliches ab, was die Anführer der selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf ihren politischen Wunschzettel geschrieben haben. Es ist ein rätselhaftes Sammelsurium.

Selbstverständlich geben die Pegida-Leute vor, sie seien dafür, politisch und religiös Verfolgte aufzunehmen, natürlich in menschenwürdigen Heimen bei gleichzeitiger Abschiebung von Wirtschaftsflüchtlingen. Echten Flüchtlingen zu helfen sei sogar „Menschenpflicht“, heißt es. Doch wer auch nur einmal bei einer solchen Demo dabei war, dem fehlt schlicht der Glaube, dass das alles auch ernst gemeint sein könnte.

Mysteriöse Abendlandkultur

Wogegen, wofür ist Pegida? Man ist für den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie, aber nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime. Man ist gegen Personalabbau bei der Polizei und für die Erhaltung unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur.
Klingt ja gar nicht schlecht. Dem kann sich ja jeder Linke, Grüne, Sozialdemokrat, Christdemokrat und Liberale in Deutschland gefahrlos anschließen. Wer mag schon Gewalt? Und die Abendlandkultur nehmen ja auch alle gerne in Anspruch.

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Bleibt immer noch die Frage, was Pegida eigentlich ist und wohin es führen soll. Auch in seinen 19 Punkten erklärt das Bündnis mit keinem Wort, woher eigentlich die große Gefahr für das Abendland kommen soll. Und es erklärt auch nicht, was eigentlich gemeint ist, immerhin liegt Dresden, wo Pegida seinen Anfang nahm, tief im mehrheitlichen „Heidenland“, in dem christliche Kirchen nur Minderheiten in der Bevölkerung vertreten. Und wo Pegida christlich-jüdisch geprägt sein soll, lässt sich nicht herausfinden, weil Pegida den Dialog verweigert.

Man will Gesetze ausschöpfen, Parallelgesellschaften und Scharia-Gerichte verhindern, man will Einwanderung und Bürgerabstimmungen wie in der Schweiz. Man ist für sexuelle Selbstbestimmung, gegen Radikalismus und Hassprediger.

Aber was ist mit Stuss-Predigern? Punkt neun: „Null Toleranz gegenüber straffälligen Asylbewerbern“, heißt es da. Es ist gut zu wissen, dass Lutz Bachmann, einer der Anführer des wöchentlichen „Spaziergangs“, ein straffällig gewordener Mehrfacheinbrecher und Drogenhändler ist, der vor Jahren nach Südafrika auswich, als sich die deutsche Justiz brennend für ihn interessierte, und der heute nur auf Bewährung in Freiheit sein und wirre Reden halten darf.

Womöglich ist er heute noch dankbar dafür, dass Südafrika damals auf „Null Toleranz“ verzichtete – oder sollte es zumindest sein.

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