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Abtrünnige AfD-Funktionärin Festerling Pegida stellt OB-Kandidatin für Dresden auf

Die asyl- und islamfeindliche Pegida-Bewegung will im Juni einen eigenen Kandidaten ins Rennen ums Rathaus in der sächsischen Landeshauptstadt schicken: Tatjana Festerling, ehemalige Funktionärin der AfD aus Hamburg – die sie verlassen musste, weil sie der Partei zu rechts war.

Pegida-Demonstration am Montag in Dresden. Das islamkritische Bündnis nominiert eine Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in der sächsischen Landeshauptstadt. Foto: dpa

Sie fordert eine neue Mauer, lobt die gewalttätige Hooligan-Demo von Köln und schimpft auf linke Gutmenschen. Nun soll die ehemalige Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling offenbar für „Pegida“ bei der Oberbürgermeisterwahl in Dresden antreten. Wie mehrere Medien berichten, wurde Festerling am Montag als Rednerin während der Pegida-Demonstration in Chemnitz von den Organisatoren als OB-Kandidatin für Dresden vorgestellt.

Das islamfeindliche Bündnis der „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) hatte bereits Anfang des Jahres erklärt, einen eigenen Kandidaten ins Rennen ums Rathaus der sächsischen Landeshauptstadt schicken zu wollen. Mit den Plänen hatte die ehemalige Funktionärin und Mitgründerin der „Alternative für Deutschland“ in Hamburg im Februar auch begründet, nach Dresden gezogen zu sein – ohne jedoch eigene Ambitionen zu bestätigen.

Festerling, damals nach einem Streit mit der Hamburger AfD-Spitze gerade aus der eurokritischen Partei ausgetreten, war Anfang des Jahres auch Mitglied im eingetragenen Verein geworden, den das Organisationsteam der Dresdner Pegida-Märsche im November gegründet hatte. Inzwischen gehöre sie zu den engsten Vertrauten von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, heißt es aus dessen Umfeld. Pegida hatte die Aufnahme Festerlings Anfang des Jahres zwar stolz verkündet, ihre geplante OB-Kandidatur seitdem aber nicht offiziell bestätigt. Auch nach der Meldung aus Chemnitz wollte sich Lutz Bachmann auf Nachfrage nicht dazu äußern. Laut Dresdner „Morgenpost“ sollte die Personalie erst am 13. April enthüllt werden.

Festerling lobte Rechte

Bei der AfD hatte Festerling keine größere Rolle gespielt. In Hamburg war sie stellvertretende Marketing-Verantwortliche und wurde als Bezirkskandidatin aufgestellt. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte sie erst, als sie die rechte Demo der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in Köln besucht und trotz der dortigen Angriffe auf die Polizei und Auftritte von Rechtsextremen gelobt hatte. In einem Text für eine rechtspopulistische Website schrieb Festerling damals: „Ich ziehe meinen Hut vor den Hools“, und : „HoGeSa – bitte weitermachen!“

Nach einem Streit über den Text wollte der AfD-Landesverband Festerling aus der Partei ausschließen, woraufhin sie selbst austrat. Seitdem sprach sie immer wieder bei Pegida-Demos in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Hoyerswerda als Rednerin. 

Anfang März sagte Festerling in ihrer Dresdner Pegida-Rede, die linken Gutmenschen sollten doch im Westen ihre Gesinnungsdiktatur errichten mit „gendergerechten Enthauptungen“ und „Kondomabrollwettbewerben“ in den Kitas. Die guten Deutschen bleiben dann im Osten, wo es so „geborgen und vertrauensvoll“ sei, zitiert Zeit Online Festerling. „Und in der Mitte ziehen wir eine Mauer hoch! Aber diesmal so richtig hoch!“

In Dresden gingen an diesem Montagabend erneut mehrere Tausend Menschen mit Pegida auf die Straße. Zur Kundgebung auf dem Altmarkt kamen laut Polizei rund 5500 Anhänger der Islam- und Asylkritiker. In der Vorwoche waren es noch etwa 7700 gewesen. Für den Pegida-Aufmarsch am nächsten Montag ist Tatjana Festerling als Gastrednerin angekündigt. Zudem versprach „Pegida“-Chef Bachmann, dass sich am Ostermontag der Bewerber für die anstehende Wahl des Dresdner Oberbürgermeisters vorstellen wird. Eine Woche später, am 13. April, wird der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders als Stargast erwartet.

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