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Linkspartei Niedersachsen Schon wieder im Westen verloren

Selbst der massive Einsatz von Sahra Wagenknecht bringt nicht den erhofften Erfolg.

Sahra Wagenknecht: Nur das Plakat war groß, das Resultat eher klein. Foto: dpa/Holger Hollermann

Was für eine Enttäuschung für die Linken. Mitregieren wollte man in Niedersachsen – und dann schafft es die Partei nicht mal in den Landtag. Wieder eine Niederlage, wieder im Westen. „Es gibt nichts zu beschönigen, das Ergebnis ist für uns schmerzhaft“, sagte der Bundesvorsitzende Bernd Riexinger. Das gilt nicht nur für die Partei, sondern auch persönlich. Ihm und der Co-Vorsitzenden Katja Kipping ist es in ihrer siebenmonatigen Amtszeit nicht gelungen, die Partei zu einem Erfolg zu führen.

Für eine prominente Linke war es eine besonders schmerzhafte Niederlage, für Sahra Wagenknecht. Die 43-jährige Bundestagsabgeordnete hatte sich wie kein anderes führendes Parteimitglied in den Wahlkampf eingebracht, Tomatensuppe ausgeschenkt, Leute in Fußgängerzonen angesprochen. Alles nur um drohendes Unheil von den Genossen abzuwenden. Unzählige Veranstaltungen, 140 Großplakate zwischen Emsland und Harz – das Gesicht der Linken in Niedersachsen war das Gesicht der Sahra Wagenknecht – die eigentlich nichts mit dem Land verbindet, die dort keinen Posten anstrebte und wie eine Außerirdische in dem lokalen Wahlkampf auftauchte.

Das Engagement der ortsfremden Linken ging sogar soweit, dass sie sich bereit erklärte, den Genossen für mögliche Koalitionsgespräche als Verhandlungsprofi zur Seite zu stehen. Sogar von einer möglichen Wirtschaftsministerin Wagenknecht in einem rot-rot-grünen Kabinett war die Rede.

Wagenknecht zog die Leute an

„Es kann doch so nicht weitergehen“, hatte die Lebensgefährtin von Oskar Lafontaine im Wahlkampf landauf, landab verkündet. Reiche, die immer reicher würden, Arme, denen es immer schlechter gehe. Menschen, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben können. „Nicht mit uns“, lautete Wagenknechts klare und einfache Botschaft.

Zwar war auch andere Linkenprominenz unterwegs: Gregor Gysi, Katja Kipping, Oskar Lafontaine oder Bernd Riexinger. Aber Wagenknecht zog die Leute an. Den Niedergang der Partei konnte sie am Ende doch nicht wenden: gescheitert bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, mit Ach und Krach Hamburg und Bremen geschafft und in Berlin aus der Regierung mit der SPD gekegelt. Jetzt also auch noch Niedersachsen verloren.

Für Wagenknecht ist das vielleicht auch ein Malus für ihr eigentliches Ziel, irgendwann die Bundestagsfraktion zu führen – auch wenn man ihr versprochen hat, ihr eine Niederlage in Niedersachsen nicht anzukreiden.

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