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Selbstmordattentat in Kabul "Vergeltung" für Schmähvideo - zwölf Tote

Eine Selbstmordattentäterin in Kabul reißt neun Ausländer und drei Afghanen mit in den Tod. Eine radikal-islamische Gruppe bekennt sich zu der Tat - sie sei ein Vergeltungsschlag für das umstrittene Anti-Mohammed-Video.

18.09.2012 07:23
Tod auf dem Weg zum Flughafen in Kabul: In einem Minivan sterben ausländische Arbeiter. Foto: afp

Als Vergeltung für einen islamfeindlichen Film über den Propheten Mohammed haben afghanische Extremisten nach eigenen Angaben einen Selbstmordanschlag verübt. Bei dem Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul kamen am frühen Dienstagmorgen zwölf Menschen ums Leben, darunter neun Ausländer. Die Attentäterin steuerte ihren mit Sprengstoff beladenen Wagen in einen Minibus, der ausländische Arbeiter zum Flughafen bringen sollte, wie die Polizei erklärte. Die Explosion sei gewaltig gewesen. Zwei Angehörige der Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Über die Nationalität der getöteten Ausländer war zunächst nichts bekannt. Bei den getöteten Afghanen handelte es sich laut Polizei um Zivilisten.

Zu der Tat bekannte sich ein Sprecher der radikal-islamischen Gruppe Hesb-e-Islami, die von dem früheren Warlord Gilbuddin Hekmatjar angeführt wird. HIG-Sprecher Subair Seddiki sagte in einem Telefongespräch, es habe sich um einen Vergeltungsanschlag für das islamfeindliche Mohammed-Video gehandelt. Die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau namens Fatima aus Kabul gewesen.

Die HIG kämpft wie die Taliban und das Hakkani-Netzwerk gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan. Hekmatjars Gruppe hat nach eigenen Angaben auch zahlreiche Anschläge auf die Bundeswehr in Nordafghanistan verübt. Die HIG hat auch einen politischen Flügel. (dapd/dpa)

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