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Knabenkonvikt Bensheim Leiter soll Schüler missbraucht haben

Auch im katholischen Bistum Mainz sind jetzt erste Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch öffentlich geworden. Im Knabenkonvikt Bensheim soll es bis Ende der 1970er Jahre zu Misshandlungen und Übergriffen gekommen sein.

10.03.2010 10:03

Mainz/Bensheim. Auch im katholischen Bistum Mainz sind jetzt Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch öffentlich geworden. Im ehemaligen Knabenkonvikt Bensheim soll es bis Ende der 1970er Jahre zu Übergriffen durch zwei Täter auf Schüler gekommen sein, teilte der Kirchenbezirk am Mittwoch mit. Ein Priester soll damals Jungen misshandelt werden. Einem ehemaligen Leiter der Einrichtung wird zudem sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Das Knabenkonvikt war den Angaben zufolge ein Internat für Schüler aus der ländlichen Umgebung, die ein Gymnasium in Bensheim besucht haben. Der beschuldigte Leiter habe 1973 in der Einrichtung angefangen und sei 1979 aus dem Dienst des Bistums ausgeschieden, hieß es. Das Konvikt sei 1981 aus "wirtschaftlichen und pädagogischen Gründen" geschlossen worden.

Das Bistum zeigte sich "tief betroffen" über die Vorwürfe. Es biete allen Opfern angemessene Hilfe und Begleitung an. Ferner setze sich das Bistum für eine "sorgfältige Aufklärung" ein. Ein Bistumssprecher sagte auf Anfrage, dass sich ein ehemaliger Mitarbeiter Ende vergangener Woche mit entsprechenden Hinweisen an das Bistum gewandt habe.

Anfang dieser Woche habe sich zudem ein Opfer gemeldet, das von dem Priester offenbar misshandelt worden. Das Bistum habe aber bislang keinen Kontakt zu einem Opfer, das von dem damaligen Leiter missbraucht worden sein soll. Deshalb bitte das Bistum ehemalige Schüler, die konkrete Angaben machen könnten, sich direkt an das Bistum oder die Staatsanwaltschaft zu wenden.

Ein Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Bistum Anzeige gegen zwei ehemalige Mitarbeiter gestellt habe. Die Staatsanwaltschaft werde jetzt prüfen, was damals vorgefallen sei. "Wir stehen noch ganz am Anfang", sagte der Sprecher. (ddp)

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