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Neuer Bundespräsident Sarrazin: „Ich schätze Gauck sehr“

Nicht alle freuen sich über die Nominierung des überparteilichen Kandidaten Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten. Aber einer tut es - und der ist höchst umstritten: Thilo Sarrazin.

21.02.2012 13:08
Thilo Sarrazin ist "sehr froh", dass Gauck als Bundespräsident nominiert ist. Foto: dapd

Der wegen seiner ausländerkritischen Thesen umstrittene Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin freut sich auf den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck. „Ich hätte mir schon im Jahr 2010 Gauck als Bundespräsidenten gewünscht und bin sehr froh, dass es jetzt so kommen wird“, sagte Sarrazin am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Er schätze den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler und Pastor sehr, sagte Sarrazin. „Ich habe Achtung vor dem Mann und Respekt vor seiner Lebensleistung. Und Gauck ist des wohlgesetzten Wortes mächtig, eine Fähigkeit, die in seiner zukünftigen Position nicht ganz unwichtig ist“, sagte der SPD-Politiker.

Sarrazin wollte sich nicht dazu äußern, was er sich vom künftigen Bundespräsidenten Gauck zum Thema Integration wünscht. Er sage nur ganz allgemein, „ich erwarte von Gauck, dass er sich zu seinen Aufgaben und anstehenden Themen klug äußert“.

Gauck war vor allem aus der linken Ecke dafür kritisiert worden, dass er ein gewisses Verständnis für die umstrittenen Thesen Sarrazins (67) zur mangelnden Integrationsbereitschaft und -fähigkeit vor allem muslimischer Zuwanderer gezeigt habe.

Gauck hatte dazu 2010 in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt: „Er (Sarrazin) ist mutig, und er ist natürlich auch einer, der mit der Öffentlichkeit sein Spiel macht, aber das gehört dazu. ...Nicht mutig ist er, wenn er genau wusste, einen Punkt zu benennen, bei dem er sehr viel Zustimmung bekommen wird.“ Und: „Da weist er auf ein Problem hin, das nicht ausreichend gelöst ist. Das andere sind seine biologistischen Herleitungen.“ (dpa)

Lesen Sie auch den Blogeintrag "Gaucken hat eine neue Dimension" unserer Autorin Abini Zöllner, indem sie erläutert, welche Herausforderungen schon jetzt auf den Kandidaten warten.

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