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Kommentar zu Christian Wulff Unseliger Wulff-Prozess

Ein vorzeitiges Ende des Prozesses wäre Christian Wulff zu gönnen. Denn das Verfahren hätte erst gar nicht zum Prozess führen sollen. Offensichtlich stand die Anklage auf schwachen Beinen. Dennoch ist Wulff kein Opfer.

Christian Wulff vor Gericht. Foto: dpa

Wenn es so kommt, kann es dem Prozess gegen Christian Wulff nur guttun: das Ende durch Einstellung des Verfahrens. Die Straftat der Vorteilsannahme sei aus jetziger Sicht nicht zu belegen, sagt der Richter. Der ehemalige Bundespräsident kann also noch zuversichtlicher hoffen als bisher, aus dieser Sache juristisch unbelastet herauszukommen. Auch wenn er, verständlicherweise, erst mal weiter für einen echten Freispruch kämpft.

Das Ende wäre ihm zu gönnen, denn das Verfahren hätte erst gar nicht zum Prozess führen sollen. Offensichtlich stand die Anklage auf schwachen Beinen. Der Verdacht, die Staatsanwaltschaft sei aus Angst vor dem Vorwurf, sie lasse einen (Ex-)Großen laufen, in Übereifer verfallen, ist zumindest nicht widerlegt. Und auch unverschämte Auftritte wie denjenigen von Maria Furtwängler („Das meinen Sie jetzt nicht ernst“, raunzte sie den Richter an) hätte niemand gebraucht.

Christian Wulff also nichts als ein Opfer? Nein. Der Gerichtssaal war offenbar der falsche Ort, sein Versagen als Politiker zu verhandeln. Dass aber sein Rücktritt wegen verschleierter Amigo-Kredite und fragwürdiger Medienbeeinflussung berechtigt war, steht außer Zweifel. Und das, obwohl auch viele Medien in der Affäre kläglich versagten. Für neuen Übereifer, nun beim Reinwaschen, besteht so wenig Anlass wie vor diesem unseligen Prozess.

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