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Daniela Schadt und Joachim Gauck Eine Hessin wird First Lady

Die Journalistin Daniela Schadt ist seit zwölf Jahren Gaucks Partnerin - es ist allerdings eine Liebe ohne Trauschein. Bislang fährt die in Hanau geborene 52-Jährige „bei Wind und Wetter“ mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nun wird sogar über eine Hochzeitsfeier im Schloss Bellevue gemunkelt.

20.02.2012 17:45
Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin, die Journalistin Daniela Schadt. Foto: dpa

Die First Lady ist in der Verfassung nicht vorgesehen. Und doch war die Frau an der Seite des Bundespräsidenten bisher immer eine öffentliche Person. Mit der bevorstehenden Wahl von Joachim Gauck rückt nun eine Frau an diese Stelle, die sich bisher zurückhielt. Die Journalistin Daniela Schadt ist seit zwölf Jahren Gaucks Lebensgefährtin. Es ist eine Liebe ohne Trauschein - bekommt Schloss Bellevue nun eine Hochzeit zu sehen?

Die 52-jährige Schadt arbeitet schon seit einem Vierteljahrhundert bei der „Nürnberger Zeitung“, sie leitet dort das Ressort Innenpolitik. Dass das innenpolitisch wichtigste Thema des Sonntags sie persönlich betreffen würde, überraschte sie genau wie ihren Partner. Die beiden hatten den Sonntag in Wien verbracht. Während er von dort nach Berlin flog, setzte sie sich in den Zug in Richtung Nürnberg - eine Kollegin rief sie während der Fahrt an und erzählte ihr am Telefon, dass im zweiten Anlauf nun doch Gauck Bundespräsident werden soll.

Gauck: "Schnelle Heirat ist ausgeschlossen"

„Sie ist jetzt völlig aus dem Häuschen. Freudig aus dem Häuschen natürlich“, sagt Raimund Kirch, Schadts Chefredakteur bei der „Nürnberger Zeitung“. Dort in der Redaktion wird nun davon ausgegangen, dass das Paar seine Pläne von 2010 nun nachträglich in die Tat umsetzt. Damals hatte Gauck für den Fall seiner Wahl über Schadt gesagt, „sie würde sich freuen, in diesem Fall an meiner Seite zu stehen und alles, was das Amt braucht, als Begleiterin auch zu leisten“. Und: „Aus der Fernbeziehung würde dann eine Nahbeziehung werden“, Schadt also ihren fränkischen Wohnsitz aufgeben und mit ihrem 20 Jahre älteren Partner ins Schloss Bellevue ziehen. Die beiden sind seit etwa zwölf Jahre zusammen, Gauck hatte im Jahr 2000 als damaliger Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde in Nürnberg einen Vortrag gehalten. An dessen Rande hatten sie sich kennen- und bald darauf auch liebengelernt. Vor der knapp verlorenen Bundespräsidentenwahl 2010 hatte das Paar auch erwogen, aus der „wilden Ehe“ eine richtige Ehe zu machen.

Erste Hochzeitsfeier im Schloss Bellevue?

Allerdings ließ Gauck sich bis heute nicht von seiner Ehefrau scheiden. Von dieser, mit der er vier erwachsene Kinder hat, lebt der Theologe seit 1991 getrennt. Zu einer möglichen Ehe mit Schadt sagte Gauck 2010: „Schnelle Heirat ist ausgeschlossen, spätere nicht unbedingt.“ Schadt selbst war noch nicht verheiratet, sie ist auch kinderlos. Ob das Paar nun solche Pläne verfolgt und dem Schloss Bellevue die erste Hochzeitsfeier eines Bundespräsidenten bescheren will, darüber rätseln sie auch bei Schadts Arbeitgeber in Nürnberg. Erzählt hat die Journalistin bei ihren Freunden und Kollegen davon bisher zumindest noch nichts. Auch, wie Schadt ihre künftige Rolle ausfüllen will, ist noch nicht klar. Bisher sah sie sich alleine als stille Begleiterin ihres prominenten Partners. Aber gute Tradition ist auch, dass sich die Frau eines Bundespräsidenten in irgendeiner Form karitativ engagiert - so übernahmen alle Ehefrauen bisher die Schirmherrschaft des Müttergenesungswerks.

Gaucks Partnerin will nichts zum Thema Wulff schreiben

Auf die in Hanau geborene Schadt kommen nun also viele neue Aufgaben zu. Und auch manche ihrer Gewohnheiten wird sie wohl überdenken müssen. Bisher fuhr sie „bei Wind und Wetter“ mit dem Fahrrad zur Arbeit, wie ihr Chef sagt. Ob das alleine aus Gründen der Sicherheit einer First Lady gestattet bleibt? In der zur Etikette einer First Lady zählenden vornehmen Zurückhaltung hat sie sich immerhin in den vergangenen Wochen geübt. Schadt verzichtete konsequent in der Skandalserie von Christian Wulff darauf, selbst Kommentare darüber zu schreiben - niemand sollte ihr als Partnerin des 2010 unterlegenen Gauck Böses nachsagen können. (afp)

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