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CSU kritisiert Gaucks Partnerschaft Westerwelle verteidigt Gaucks "wilde Ehe"

Wird Gauck Staatsoberhaupt, zieht ins Schloss Bellevue erstmals ein Präsidentenpaar in wilder Ehe ein. Gaucks Lebensgefährtin, Daniela Schadt, ist nicht seine Ehefrau. CSU-Mann Norbert Geis ist das ein Dorn im Auge. Außenminister Westerwelle springt dagegen Gauck bei.

21.02.2012 22:11
An Gaucks Seite: Die Journalistin Daniela Schadt. Foto: dpa

Wilde Ehe in Schloss Bellevue? Nicht mit der Christlich-Sozialen Union! Deren Familienpolitiker Norbert Geis hat den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, aufgefordert, baldmöglichst zu heiraten. „Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Passauer Neuen Presse“.

Gauck ist seit zwölf Jahren mit der Journalistin Daniela Schadt liiert, die ihn im Falle seiner als sicher geltenden Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März als „First Lady“ ins Schloss Bellevue begleiten würde. Vor seiner Kandidatur für die Wahl des Staatsoberhauptes 2010 hatte Gauck versichert, seine Lebensgefährtin heiraten zu wollen, wenn er Präsident werde. Der Haken dabei: Die Ehe mit seiner ersten Frau ist noch nicht geschieden.

Westerwelle: Deutschland ist ein modernes Land

Gegen die CSU-Forderung stellt sich nun Außenminister Guido Westerwelle: Der "Rheinischen Post" sagte Westerwelle: „Die Kritik an den persönlichen Lebensverhältnissen des nominierten Bundespräsidenten ist stillos“ . Deutschland sei ein „modernes Land“, betonte der FDP-Politiker.

Seit Gauck am Sonntag offiziell für die nächsten Bundespräsidenten vorgeschlagen worden war, ist seine Lebensgefährtin, Daniela Schadt, eine öffentliche Person. Die 52-Jährige ist Innenpolitikchefin der "Nürnberger Zeitung". Ganz wohl wird ihr der derzeitige Rummel um ihre Rolle als First Lady vielleicht nicht sein.

„Du schmeißt am besten ganz schnell dein Handy weg“, hatte sie Joachim Gauck noch im Mai 2010 empfohlen, als beide vom Rücktritt des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler erfuhren. „Dich fragen sie doch als Ersten, ob du es machen willst.“ Er wollte es machen, und er will es noch. Die „Erleichterung“, die Daniela Schadt nach der vorigen – verlorenen – Bundespräsidentenwahl empfand, wird sich diesmal wohl nicht einstellen.

Das Paar macht sich "Gedanken"

Kennengelernt haben sich beide in Nürnberg. Joachim Gauck hielt dort einen Vortrag. Seine Ehe war schon vor Jahren gescheitert. Das Paar Schadt/Gauck lebt eine Fernbeziehung ohne Trauschein – und hätte es vermutlich auch weiter so gehalten. Doch nun, da die "Bild"-Zeitung fragt, wann Hochzeit gefeiert wird auf Schloss Bellevue, wollen beide sich „Gedanken machen“. Er sei ja kein Feind bürgerlicher Lebensformen, sagt Gauck.

Andere Entscheidungen werden schwerer wiegen. Schade finden es Daniela Schadts Kollegen von der "Nürnberger Zeitung", dass ihre überaus belesene und Musik liebende Innenpolitikchefin nun ihren Job aufgeben muss. Dass eine First Lady weiter die deutsche Innenpolitik kommentiert, ist nur schwer vorstellbar.

Wenig Glamour

Joachim Gauck hat dazu eine eigene Meinung. Er äußerte sie schon vor seiner ersten Kandidatur: „Daniela ist eine erwachsene, politikerfahrene Frau, der klar ist, dass sie als Partnerin des Bundespräsidenten nicht weiter als Ressortleiterin Innenpolitik in ihrer Zeitung arbeiten könnte.“ Außerdem freue sie sich, „an meiner Seite zu stehen und alles, was das Amt braucht, als Begleiterin auch zu leisten“. Man glaubt das gern und wird es sicher auch noch aus ihrem Mund hören.

Dagegen wird alles, was die künftige First Lady sagt und darstellt wohl nicht mehr mit dem Glamourfaktor multipliziert werden können. Das sei „nicht so ihr Ding“, meinen die Kollegen von der "Nürnberger Zeitung". (tich/dpa)

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