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Vergewaltigung in Indien Angeklagte werfen Polizei Folter vor

Die fünf wegen Vergewaltigung angeklagten Inder werfen der Polizei Folter während der Verhöre vor. Der Freund der Verstorbenen spricht im Fernseh-Interview über die Tat.

Die Polizei bringt die Angeklagten ins Gerichtsgebäude. Foto: dpa

Der Anwalt der drei mutmaßlichen Vergewaltigern wirft der Polizei Folter zur Erzwingung von Geständnissen vor.

"Alle Beschuldigten wurden von der Polizei heftig geschlagen", sagte Verteidiger Mohan Lal Sharma, der drei von sechs Angeklagten vertritt. Die Männer seien gezwungen worden, Urin aus der Toilette zu trinken, wie der Guardian berichtet. Die Polizei habe sie mit Stöcken vergewaltigt.

"Meine Mandanten wurden gezwungen, sich zu Verbrechen zu bekennen, die sie nicht begangen haben", fügte der Anwalt hinzu. Die Polizei wollte die Anschuldigung nicht kommentieren.

Am Donnerstag verhandelt das Gericht in einer zweiten Anhörung im Vergewaltigungsprozess. Am Montag war die Öffentlichkeit in der ersten Anhörung ausgeschlossen worden. Im Gericht war es zu tumultartigen Szenen gekommen.

Fernseh-Interview mit Freund der Studentin

Die fünf Männer im Alter zwischen 19 und 35 Jahren werden angeklagt, vor drei Wochen eine 23-jährige Studentin in Neu-Delhi in einem Bus vergewaltigt und ihren Freund brutal zusammengeschlagen zu haben. Die Frau starb im Krankenhaus an den Folgen ihrer Verletzungen. Die Tat hatte in Indien zu Massenprotesten geführt. Auch in Südafrika hat der Fall eine Debatte über die Opferrolle von Frauen angestoßen.

Die Staatsanwaltschaft klagt die Männer wegen Mord, Kidnapping, Raub und Vergewaltigung an. Ihnen droht die Todesstrafe. Ein sechster Verdächtigter ist erst 17 und wird vor ein Jugendgericht gestellt.

Wie brutal die Täter vorgingen, beschrieb der namentlich ungenannte Freund der Studentin in einem Fernsehinterview vor einigen Tagen.

Nach der Vergewaltigung seien er und seine Freundin unbekleidet aus dem Bus geworfen worden. Zunächst habe niemand angehalten, Verkehrsteilnehmer hätten zwar gebremst, seien dann aber weitergefahren. Erst nach 25 Minuten hielt ein Autofahrer und verständigte die Polizei. Diese habe sich nach ihrer Ankunft erst einmal darüber besprochen, wer zuständig sei. Die Ambulanz sei nicht eingetroffen, die Polizei fuhr die Opfer daraufhin in ein Krankenhaus, der Zustand der Frau habe sich wegen des Blutverlusts ständig verschlimmert. Im Krankenaus verstarb die junge Frau.

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