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Grüne Delegation Mutprobe Frauen-Fußball

Grüne Außen- und Verteidigungspolitiker sind auf Erkundungstour durch Afghanistan gefahren. Die Vorsitzende der Partei, Claudia Roth, schildert für FR-online ihre Eindrücke des umkämpften Landes in einem Reisetagebuch.

27.08.2010 18:03
Von Claudia Roth
Die Delegation der Grünen mit drei afghanischen Fußball-Nationalspielerinnen. Foto: Michael Kellner

Scharfkantig zeichnen sich die Bergrücken des Hindukusch gegen den gleißenden Himmel ab, als wir nach einer der Sonne entgegen geflogenen Nacht Kabul erreichen. Vom Flughafen, wo uns Mitarbeiter der Botschaft empfangen, geht es direkt weiter in den Norden Afghanistans: nach Mazar-i-Sharif, zum Bundeswehrstandort Camp Marmal.

Im Warteraum des militärischen Teil des Flughafens sitzt eine junge US-Soldatin in voller Ausrüstung neben einem älteren afghanischen Offizier. Sie warten auf den Flug und Einsatz in Kandahar, im gefährlichen Süden Afghanistans. Eingezwängt in eine schwere Sicherheitsweste sitze ich bald im Transportraum einer Maschine der Bundeswehr, neben mir ein Berg von Paketen und Gepäckstücken aller Art, außerdem bewaffnete Soldaten. Die Motoren dröhnen.

Nach einer knappen Stunde Flug landen wir auf dem Militärflughafen von Mazar-i-Sharif. In einer kargen, staubigen, von der Sommersonne verbrannten Landschaft liegt im Schatten der Berge das Camp der internationalen Schutztruppe ISAF. Hier sitzt der Kommandeur des ISAF-Nordkommandos, ein deutscher Zwei-Sterne-General. Das ist die erste Station unserer einwöchigen Reise in Afghanistan mit einer grünen Delegation.

Neben mir sind unter anderem auch Frithjof Schmidt dabei, Vize-Fraktionsvorsitzender und zuständig für Außen- und Sicherheitspolitik, Winfried Nachtwei, viele Jahre Bundestagsabgeordneter und der profundeste Afghanistan-Kenner der Grünen. Agnieszka Malczak, mit 25 Jahren die jüngste weibliche Abgeordnete im Bundestag, die nicht etwa in den Jugendausschuss, sondern in den Verteidigungsausschuss wollte, um dort den vermeintlichen harten Kerlen Beine zu machen.

Unser Ziel ist es, ein möglichst klares Bild von der politischen und gesellschaftlichen Lage zu bekommen, von der Realität vor Ort des in der deutschen Öffentlichkeit heftig diskutierten Bundeswehreinsatzes, aber auch von der Arbeit der Entwicklungsorganisationen und NGOs. Allzu oft fristet deren Tätigkeit ein Schattendasein. Die Berichterstattung vieler Medien verengt sich auf den Bundeswehreinsatz und die Informationspolitik der Bundesregierung ist unvollständig bis irreführend. Für eine verantwortungsvolle Diskussion und Entscheidung über das deutsche Engagement brauchen wir ein vollständiges Bild, nicht nur Puzzleteile, die oft genug interessengeleitet sind.

5000 Soldaten aus verschiedenen Ländern in einem Lager

Das Lager der Isaf-Truppen ist hoch gesichert und so groß und autark wie eine kleine Stadt. Mehr als 5000 Soldatinnen und Soldaten aus den unterschiedlichsten Ländern leben hier. Bevor wir mit ihnen sprechen, fahren wir zu einem neben dem Camp gelegenen Ausbildungszentrum für die afghanische Polizei, in einem hochgesicherten Konvoi, die Sicherheitslage hat sich auch hier im Norden in den vergangenen Monaten deutlich verschärft, was wir auch noch erleben werden.

Mehrere ebenerdige Häuser sind akkurat nebeneinander angerichtet. Kein Zweifel, dieses Camp wurde von Deutschen erbaut. Drei Polizisten und eine Polizistin aus Deutschland begrüßen uns, sie bilden hier aus. Sechs Wochen dauert die Basisausbildung, berichten sie, in dieser Zeit leben die afghanischen Polizisten hier im Zentrum. Gerade ist Fastenzeit, Ramadan, vor Sonnenuntergang dürfen gläubige Muslime weder Essen noch trinken. Deshalb wird gerade nur vormittags ausgebildet, früher damit begonnen, ohne Wasser und Nahrung lässt die Konzentration nachmittags nach. Im Sommer hatten sie 47 Grad im Schatten und in der Sonne über 60 Grad, erzählen die Ausbilder. Ich frage mich, wie sie das aushalten. Schon mit deutlich über 30 Grad wie gerade brennt die Sonne hier unerbittlich.

Neben der Fachausbildung vermitteln die Beamten das Thema Menschenrechte, das Vorgehen gegen Verdächtige und den Umgang mit Verhafteten. Das ist bitter nötig, denn das Vertrauen der Afghanen in ihre Polizei ist gering. Afghanische Frauen erzählen uns später, dass sie nie auf die Idee kommen würden, sich an die Polizei zu wenden. Zu oft machten sie schlechte Erfahrungen mit Willkür und Korruption.

Dabei stehen die Ausbilder vor einem großen Problem: Ein großer Teil der Polizisten kann weder lesen noch schreiben - kein Wunder bei über 70 Prozenten Analphabeten im Land. Auch Schießübungen gehören zur Ausbildung, nicht im Lager, sondern außerhalb. Dort werden auch erst die Waffen ausgegeben, aus Sicherheitsgründen. Vier Tage später, wir sind dann schon in Kabul, werden zwei spanische Ausbilder und ein Übersetzer bei solchen Schießübungen erschossen.

Claudia Roth mit Dr. Simar Samar, der Vorsitzenden der Unabhängigen Menschenrechtskommission. Bild: Michael Kellner

Mit großer Leidenschaft erzählen die Beamten von ihrer Tätigkeit, der sie trotz aller Schwierigkeiten und Risiken mit großem Einsatz nachgehen. Von den sichtbaren Ergebnissen der Ausbildung, vom Stolz der afghanischen Teilnehmer, wenn sie am Ende das Zertifikat bekommen. Endlich wird für den Polizeiaufbau auch von Deutschland aus mehr getan, ist mein Eindruck. Viel zu lange wurde er stiefmütterlich behandelt. Allerdings ist es verdammt spät, damit endlich in einem größeren Umfang zu beginnen. Und es reicht auch noch nicht. Anstatt der angestrebten 200 bilden gegenwärtig 159 deutsche Polizisten aus. Im Gespräch zeigt sich, dass die Beamten sich aber eine größere Anerkennung ihrer Arbeit wünschen, für die sie auch schlechter bezahlt werden als etwa die für die europäische Mission Eupol tätigen Kollegen.

Mangel an Anerkennung für die Tätigkeit hier, dieser Eindruck begegnet uns später auch im Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten im Camp Marmal, genauso wie bei den Mitarbeitern der zahlreichen Entwicklungsorganisationen und NGOs. Wobei mich ihre Überzeugung für diesen Einsatz beeindruckt. Nüchtern, sachlich und ohne irgendeine militaristische Begeisterung für Kampf oder kriegerische Auseinandersetzung berichten sie über ihren Einsatz, sie sehen sich als Unterstützer der afghanischen Bevölkerung, berichten davon, dass sie in den meisten Fällen freundlich aufgenommen werden, wenn sie offen, freundlich und nicht kriegerisch auf die Menschen zugehen.

Allerdings müssten sie vor allem deutlich machen, dass sie keine Amerikaner, sondern Deutsche seien. Die Amerikaner hätten ein schlechtes Image. Diese sind mit im Camp, ihre Truppen werden gerade massiv aufgestockt. Sie wollen anbauen, das Lager wird fast auf doppelte Größe wachsen.

Die Soldaten berichten über gefährliche Einsätze im Rahmen des Partnerings, der neuen Strategie, gemeinsam mit der afghanischen Armee in Kampfoperationen zu ziehen, die sich dabei allerdings immer wieder als unzuverlässig erweist. In diesem Zusammenhang gehen sie jetzt gezielt in gefährliche Teilprovinzen im Norden Afghanistans, dem Einsatzbereich der Bundeswehr.

Offensive Aufstandsbekämpfung

Immer wieder begegnen uns deutliche Anzeichen dafür, dass der Einsatz der Bundeswehr hier im Norden immer gefährlicher wird und sich offenbar schleichend von einem Stabilisierungseinsatz zu einem Einsatz der offensiven Aufstandsbekämpfung verändert. Während wir im ISAF-Camp sind, wird auf dem Weg nach Mazar ein Konvoi ungarischer Soldaten "angesprengt", wie man hier im Camp sagt: Sie fahren auf eine von Taliban gelegte Mine. Ein ungarischer Soldat stirbt, zwei weitere werden schwer verletzt, einer davon lebensbedrohlich. Sie sollten einen Tag später den Weg in die Heimat antreten.

Die Ärzte vom Sanitätsdienst der Bundeswehr, mit denen wir sprechen, sind damit beschäftigt, die schwerverletzten ungarischen Soldaten so schnell wie möglich in die auf dem Niveau eines modernen Kreiskrankenhauses eingerichtete Klinik im Camp zu bringen. Aber die Hubschrauber können nicht starten, der Wind ist zum Sturm geworden, der den trockenen Staub und Sand durch das Lager weht.

Taliban greifen Sanitätsfahrzeuge an

Im Krankenhaus sehen wir Röntgenbilder eines bei einem Gefecht schwer verwundeten Soldaten der afghanischen Armee, der gerade behandelt wird. Die Sanitäter der Bundeswehr berichten über einen Rollenwechsel, der zunehmend stattfindet: Die Taliban greifen gezielt die Einsatzwagen des Sanitätsdienstes an, weil sie das schwächste Glied in einem Konvoi sind. Sie können ihre Einsatzwagen nicht mehr kennzeichnen, müssen sie verteidigen, haben aber auch zu wenig der gepanzerten Fahrzeuge.

Für mich drängen sich immer mehr Fragen zu diesem Einsatz hier auf: Welche Folgen und Auswirkungen hat der offenkundige Strategiewechsel einer offensiven und gezielten Bekämpfung der Taliban und die sich weiter verschlechternde Sicherheitslage für die Bundeswehr? Wird mit der hohen Bereitschaft der Soldatinnen und Soldaten, sich hier im Norden Afghanistans trotz der Gefahren mit Leib und Leben einzusetzen, auch auf politischer Ebene in Berlin wirklich verantwortungsvoll umgegangen? Was bedeutet das für die Entwicklung in Afghanistan in den nächsten Jahren?

Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr über Stürme, Taliban und überaschende Seitenwechsel...

Wahlplakate in Afghanistan. Bild: Michael Kellner

Trocken und heiß bläst der Wind im Bundeswehrcamp bei Mazar-i-Sharif, mit Sand und Staub schmiergelt er Wangen und Stirn. Die Bundeswehrmaschinen können nicht starten. An einen Weiterflug ins nordöstlich gelegene Kundus ist nicht zu denken, dort stürmt es noch stärker.

Planänderung ist angesagt, wir nutzen die Zeit für weitere Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten. Freund und Feind sind hier nicht leicht auseinander zu halten, erfahren wir. Oft gibt es keine klare Frontstellung ISAF gegen Taliban, besonders im ländlichen Bereich zählt vor allem die Stammeszugehörigkeit und die Familie, der Lebensraum Dorf.

9000 davon gibt es hier im Norden, den Usbeken und Tadschiken bevölkern, aber auch Hazaras und Paschtunen. Die Konflikte zwischen diesen Gruppen sind im ganzen Land so alt wie die afghanische Geschichte. Kundus im Nordosten, wo ebenfalls ein Camp der Bundeswehr ist, ist Paschtunengebiet, die im Norden in der Minderheit sind. Ihr Hauptsiedlungsgebiet liegt im Süden, rund um Kandahar.

Die Taliban rekrutieren sich vor allem aus Paschtunenstämmen, hinzu kommen Islamisten aus den unterschiedlichsten Ländern. In den immer wieder aufflammenden Konflikten zwischen Stämmen, Clans und verschiedenen Warlords kommt es schon einmal vor, erzählt ein Offizier aus eigener Erfahrung, dass manche Gruppen, gegen die man gerade noch gekämpft hat, die Seiten wechseln, man sich plötzlich Seit an Seit mit ihnen im Einsatz wiederfindet.

Lieber kein Kontakt zum Militär

Der Sturm bläst und jault ohne Pausen, rüttelt an den Containerhäusern hier im Camp. Wir sprechen über die militärisch-zivilen Projekte der Bundeswehr. Hier eine Schule, dort ein Brunnen oder ein Stromgenerator. Möglichst direkt im Anschluss an die Sicherung eines Gebietes, die Vertreibung von Taliban oder anderen kämpfenden Afghanen. Sicher im Einzelfall hilfreich für das Ansehen der Bundeswehr bei der Bevölkerung. Aber spätestens als ich erfahre, dass auch die Mitarbeiter in diesem Bereich wie alle anderen Soldaten immer für vier Monate im Einsatz sind, zweifle ich immer mehr an dieser militärisch-zivilen Verbindung.

Wie soll da der für nachhaltige zivile Projekte notwendige Vertrauensaufbau mit afghanischen Ansprechpartnern möglich sein? Hilft es dem Erfolg ziviler Projekte, wenn die Bundeswehr sie durchführt oder sich daran beteiligt? Meine Zweifel werden später im Gespräch mit NGOs und unabhängigen Entwicklungsorganisationen bestärkt, keinerlei Verbindung zum Militär zu haben sei eine Grundvoraussetzung für ihre Arbeit, sagen sie.

Dr. Kamar Kaltenborn vom Afghanischen Frauenverein, der von Roger Willemsen in Deutschland mit großen Einsatz unterstützt wird, erzählt uns von einer Mädchenschule in Kundus, die der Frauenverein aufgebaut hat und betreibt. Frau Kaltenborn beeindruckt mich, die Ärztin ist gebürtige Afghanin, die mit ihren 72 Jahren, die man bei ihr allerdings nie vermuten würde, ihre verdiente Rente in Deutschland genießen könnte, wo sie seit langem lebt und arbeitet.

Stattdessen ist sie unermüdlich in Afghanistan unterwegs für den Frauenverein, nach der Flutkatastrophe jetzt gerade auch in Pakistan. Sie erzählt uns vom Besuch einer deutschen Delegation in der Mädchenschule in Kundus, die wegen eines neuen Daches gekommen war. Kurz danach bekam der Frauenverein einen offiziellen Brief der Taliban, dass sie sofort die Schule schließen müssten, da sie offenbar mit den internationalen Truppen zusammenarbeiten würden. Erst nach langwierigen Verhandlungen über mehrere Vermittler konnte der Frauenverein den Taliban-Vertretern klar machen, dass es sich um eine zivile Delegation von Deutschen gehandelt habe, die sich um die Renovierung des Daches kümmern wolle, dass die Schule in keiner Weise etwas mit den internationalen Truppen zu tun hätte.

Alle in Afghanistan tätigen NGOs machen sehr klar, dass der Erfolg ihrer Arbeit davon abhängt, als unabhängiger Akteur wahrgenommen zu werden, der nicht Teil einer Seite des Konflikts ist. Deutlich wird, welchen Schaden Entwicklungsminister Niebel mit seiner Ansage anrichtet, es würden nur noch solche NGOs Fördermittel bekommen, die bereit wären, eng mit der Bundeswehr zu kooperieren.

Ein Drittel der Studenten sind Frauen

Noch in Mazar-i-Sharif treffen wir auch Vertreter der dortigen Balkh-Universität, darunter einen deutschen Professor, der sich unermüdlich für den Aufbau der Universität engagiert, sowie eine junge Studentin der Wirtschaftswissenschaften. Sie will lernen, sie will ihr Land voranbringen, leidenschaftlich spricht sie darüber. Aber sie vermisst die dafür nötigen, qualifizierten Dozenten. 7000 Männer wie Frauen studieren dort, allein ein Drittel davon sind junge Frauen. Unter katastrophalen Bedingungen, wie wir erfahren.

Es gibt keine Bibliothek, keinen Lesesaal oder Leseräume. Und es fehlen qualifizierte Professorinnen und Professoren. Nur wenige der Dozenten verfügen überhaupt über einen Masterabschluss. Es gibt bereits Austausch- und Qualifizierungsprogramme mit deutschen Universitäten, aber das reicht hinten und vorne nicht. Da fehlt mir nun wirklich jedes Verständnis, warum hier bisher nicht mehr getan wurde. Bildung ist der Schlüssel, um Afghanistan voranzubringen. Das hören und sehen wir immer wieder.

Der Sturm wird schwächer, mittags gibt es die Möglichkeit zum Rückflug nach Kabul, mit einer amerikanischen Maschine. Die Piloten bieten mir an, im Cockpit mitzufliegen. Gerne nehme ich an, schwebe dröhnend über trocken-braunes, staubiges Land, immer wieder grüßen die Bergkuppen des Hindukusch.

Grün ist es nur im Frühsommer

Im Frühsommer soll es grün sein in Afghanistan, in der Erntezeit. Im Sommer ist Grün die Ausnahme, ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Diese haben im Innenhof oder hinter Mauern blühende, saftig-grüne Oasen, wie wir später bei einigen Gesprächspartnern in Kabul sehen werden. Wasser ist ein kostbares Gut, noch immer haben viele Afghanen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Es ist ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungsorganisation GTZ hier, die schon hunderttausenden von Afghanen den Zugang zu sauberen Wasser möglich gemacht haben.

Auch Stromversorgung und Gesundheit, der Aufbau von Krankenhäusern und die Ausbildung von Ärzten sind zentrale Schwerpunkte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Entwicklungsorganisationen leisten hier eine bewundernswerte Arbeit. Aber der zivile Aufbau wurde gegenüber dem militärischen Engagement in den letzten Jahren von der Bundesregierung sträflich vernachlässigt. Jetzt sind die Mittel verdoppelt worden, entsprechende Projekte müssen nun aber erst einmal angeschoben werden. Das dauert - und es dauert noch länger, bis der Effekt für die Menschen hier spürbar wird. Immer wieder wird deutlich, dass das noch für viel zu wenige Afghanen bisher der Fall ist, den Militäreinsatz sehen sie, bekommen ihn auch zu oft zu spüren, während die Unterstützungsleistungen bei vielen nicht ankommen. Hoffentlich wurde nicht bereits zuviel Zeit mit zu wenig zivilem Engagement vertan, denke ich.

Wieder angekommen fahren wir jetzt in das Stadtzentrum von Kabul, sehen das bunte, quirlige und chaotische Treiben der Hauptstadt. Überall gibt es Händler und kleinere Basare, Werbung und viele Wahlplakate sind zu sehen, Musik ist zu hören, an vielen Ecken laufen gutgelaunte Mädchen in Schuluniformen. Männer sitzen um kleine Tische herum und trinken Tee.

Später im Gespräch erfahre ich von der vielfältigen Medienlandschaft, die mittlerweile existiert. Hunderte von Zeitungen, an die hundert Radiosender und dreißig Fernsehprogramme. Ich erinnere mich an meinem Besuch von Kabul im Jahr 2000, zur Zeit der Taliban-Herrschaft. Die ausgestorbene Stadt, die düstere, bedrückte Stimmung, Musik und Fernsehen waren verboten, Frauen durften ohne männliche Begleitung aus dem engsten Familienkreis nicht aus dem Haus gehen.

Sieben Millionen sind zurückgekehrt

Viele Afghanen flohen in die Nachbarstaaten, seit dem Ende der Taliban-Herrschaft sind sieben Millionen zurückgekehrt, 20 Prozent der Bevölkerung erzählt uns der UNHCR-Chef Ewan MacLeod, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Kabul ist von 1,5 auf 4,5 Millionen gewachsen. Das muss eine Stadt, das muss ein Land erst einmal verkraften.

Viele Menschen leben in behelfsmäßig zusammen gezimmerten Lehm- und Blechhütten oder kleinen Häuschen an den steilen Bergwänden rund um Kabul. Ohne Wasser- oder Stromanschluss. Einige Jungen wühlen in Müllbergen. Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Erde. Die Wirtschaft wächst zweistellig, aber die Jobsituation ist gerade für viele junge Afghanen immer noch sehr schwierig. Frauen können wieder arbeiten, auch wenn sie alleinstehend sind, zumindest hier in Kabul.

Bei einem abendlichen Fastenbrechen, einem Iftar-Essen, lerne ich eine junge Frau kennen, die für die anstehenden Wahlen kandidiert, von Tür zu Tür geht, die Menschen versucht, in Einzelgesprächen von sich zu überzeugen. Parteien spielen nur eine untergeordnete Rolle, die Kandidaten kämpfen vor allem für sich. Mit ihrer Mutter und drei Schwestern lebte sie in Kabul, als die Taliban-Herrschaft begann.

Alleinstehend und ohne Bruder oder Cousin konnte die Mutter nicht mehr arbeiten gehen. Dem Hungertod entflohen sie nach Pakistan. Immer noch durchzieht ein tiefer Graben das Land, der die afghanische Geschichte geprägt hat: Moderne Stadt versus von traditioneller Stammeskultur geprägtem Land. In manchen Regionen ist es unverändert üblich, dass Frauen Tauschobjekt bei Streitigkeiten sind, erzählt die Vorsitzende der unabhängigen Menschenrechtskommission, Simar Samar. Der Angehörige eines Familienclans erschlägt den Angehörigen eines anderen Familienclans.

Zur Kompensation bekommt die Familie des Opfers eine Frau von der Familie des Täters. Auch Fälle von Steinigungen und Peitschenhiebe für Ehebruch oder heimliche Liebesbeziehungen sind jüngst wieder vorgekommen. Frau Samar macht deutlich, wie wichtig die Ausbildung der Polizei und der Aufbau der Justiz sind.

Mutprobe Frauen-Fußball

Auch da sind Juristinnen und Juristen aus Deutschland engagiert, versuchen den Aufbau eines Rechtsstaates in mühevoller Sisyphos-Arbeit zumindest in rudimentärer Form voranzubringen. Völlig klar ist, dass aus Afghanistan nie ein Dänemark werden wird. Aber selbst der Weg zu spürbaren Verbesserungen ist noch weit. Manche sind ihn allerdings schon gegangen. Zum Beispiel die Frauen der Fußballnationalmannschaft. Mit drei von ihnen sprechen wir. Paschtunin, Hazara und Tadschikin spielen zusammen. Ihre Liebe zum Fußball sei alles, was sie hätten, erzählen sie mit glühenden Augen. Sie wollen spielen und nutzen jede Gelegenheit, auch gegen den Willen der Eltern oder Brüder. Sie tun es einfach, immer und überall, wo es irgend geht.

Allerdings fehlt ihnen ein eigenes Trainingsfeld, das gegen die Blicke von Männern schützt. Ohne das ist es noch nicht möglich, gebadet und sogar unterrichtet wird schließlich immer noch getrennt. Sie spielen in einem Park für Frauen, aber ohne Rasen, auf hartem Grund, und auch regelmäßig auf dem Trainingsfeld im ISAF-Hauptquartier. Für die drei Fußballerinnen zwischen 17 und 22 Jahren gibt es keinen Zweifel: Kämpfen ist ihr täglich Brot, gegen harte Widerstände anrennen und sich unermüdlich durchbeißen. Wenn sie nur richtig trainieren könnten, wären sie unschlagbar, sind sie überzeugt. Sie würden alle besiegen - und wären Weltmeister.

Lesen Sie auf der nächsten Seite wie die Deutsche Botschaft den Sturm durch die Taliban erlebte...

Schülerinnen auf dem Weg zum Unterricht. Bild: Michael Kellner

Heute heißt es sich fein machen. Der deutsche Botschafter hat zum Dinner in seine Residenz geladen. Einem schlichten Bau mit einer Einrichtung, die hervorragend in ein kulturgeschichtliches Museum für die Periode der 70er Jahre passen würde. Das hat einen guten Grund: Die deutsche Botschaft gehörte zu den wenigen Botschaften, die von den Taliban nicht gestürmt und geplündert worden ist. Eine heute legendäre deutsche Mitarbeiterin, Frau Salimi, verheiratet mit einem Afghanen, harrte hier aus, stellte sich wenn nötig den Taliban-Kämpfern in den Weg.

Als ich 2000 in Kabul war, setzte sie den deutschen Besuchern rheinischen Sauerbraten vor – und ein halbes Gläschen Doppelkorn, zu damaligen Taliban-Zeiten eine streng verbotene Rarität.
Botschafter Rüdiger König hat seinen Posten in Kabul gerade erst angetreten, wir sind die erste Delegation, die er hier betreut und zum Briefing geladen hat. Schnell wird klar, dass er genau die richtige Besetzung dieses Postens ist. Aus früheren diplomatischen Missionen kennt er die Verhältnisse sehr genau, analysiert messerscharf die politische Situation in Afghanistan. Überhaupt freut es mich zu sehen, wie die Mitarbeiter der Botschaft, mit denen wir es zu tun haben, hier kundig und mit großem Einsatz tätig sind.

Kabul ist keine Station wie viele andere. Die Arbeit und das Leben hier verlangen verdammt viel, was sie aber offenkundig sehr gerne zu geben bereit sind. Beim Essen mit dabei ist Martin Kobler, stellvertretender Leiter der UNAMA, der Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan. Es gibt ein freudiges Wiedersehen, ich kenne ihn noch gut aus Regierungszeiten, in denen er Büroleiter von Joschka Fischer im Auswärtigen Amt war. Danach war er deutscher Botschafter in Kairo und Bagdad. Hinzu kommt noch Michael Steiner, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan.

Frauen für Sicherheitschecks fehlen

Ein Thema der Runde in der Residenz sind die anstehenden Parlamentswahlen am 18. September. Frage ist, wie diesmal Wahlfälschungen im großen Stil verhindert werden können, wie sie bei den Präsidentschaftswahlen stattgefunden haben. Und wie trotz der Bedrohungen und Schwierigkeiten überhaupt die Wahlteilnahme ermöglicht werden kann. So erfahren wir, dass tausende von Frauen nötig sind, um die notwendigen Sicherheitschecks bei Wählerinnen durchzuführen – diese müssen allerdings erst einmal gefunden bzw. dazu bewegt werden.

Auch die Methode mittels eines Fingerabdruckes sicherzustellen, dass jeder Wähler auch wirklich nur eine Stimme abgibt, ist zweischneidig. So drohen die Taliban, dass jedem eben jener Finger abgeschnitten wird, der an der Wahl teilnimmt. Dass das keine leeren Drohungen sind, haben vergangene Wahlen gezeigt. Umso beeindruckender ist, wie viele Afghanen sich trotz solcher Drohungen nicht davon abhalten lassen, von ihrem noch jungen Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Fraglich ist, wie viele es angesichts der sich zunehmend verschlechternden Sicherheitslage bei den nächsten Wahlen sein werden. Martin Kobler zeigt sich auch bei einem späteren Treffen in der UN-Vertretung zuversichtlich, dass die Wahlen diesmal besser vorbereitet wären als die Präsidentschaftswahlen. Wie viele andere Gesprächspartner auch hat er aber große Sorgen, was die Zunahme von Gewalt, Drohungen und Einschüchterungen angeht. Das Ende des Ramadans und die Zeit vor den Wahlen gilt als besonders heikle Phase.

Gezielte Nachtaktionen gegen Taliban

Beim Abend in der Residenz wie in vielen anderen Treffen geht es um das Versöhnungs- oder auch Reintegrationsprogramm für Taliban-Kämpfer. Sie sollen Unterstützung bekommen, ihnen sollen Möglichkeiten für ihren Broterwerb angeboten und andere Perspektiven eröffnet werden, damit sie den Kampf in den Taliban-Reihen aufgeben. Auch geht es um den Strategiewechsel, der eine Verstärkung des zivilen Wiederaufbaus beinhalten soll, aber auch den klaren Vorrang des Schutzes der Bevölkerung.

Das deutliche gesunkene Vertrauen in die internationale Truppenpräsenz und die Herzen und Köpfe der Afghanen sollen wieder gewonnen werden. Soweit die von der Bundesregierung in Berlin gerne gebetsmühlenartig wiederholte Theorie. Die Praxis hier vor Ort sieht doch anders aus, das wird bei weiteren Treffen mit amerikanischen Vertretern und ISAF-Offizieren schnell klar. ISAF-Kommandeur Petraeus und die Amerikaner verfolgen klar und unmissverständlich eine Strategie der offensiven und gezielten Bekämpfung von Taliban und anderen kämpfenden Afghanen.

Von Nacht-Aktionen ist die Rede, bei denen Spezialkräfte gezielt in die Häuser und Schlafzimmer von Taliban-Kommandeuren und –Kämpfern eindringen, diese verhaften oder direkt töten.

Allein in den vergangenen drei Monaten sollen auf diese Weise an die 2500 Taliban-Kämpfer und –Kommandeure verhaftet oder getötet worden sein. Durch eine offensive Strategie soll großer Druck auf die Taliban aufgebaut werden, um für eine spätere Verhandlungslösung eine bessere Position zu schaffen. Das ist offenkundig die Strategie, die US-General David Petreaus als Kommandierender für die ISAF-Truppen vorgibt. Als Teil der ISAF-Truppen gilt sie damit grundsätzlich auch für die Bundeswehr. Auch wenn ich während des Aufenthaltes und der Gespräch keinen Anzeichen dafür finde, dass die Bundeswehr an diesen Nachtaktionen von Spezialkräften beteiligt ist.

Zweifel an der Strategie

Von dieser Offensiv-Strategie habe ich in Berlin von der Bundesregierung noch nichts gehört, denke ich. Es erscheint mir völlig schleierhaft, wie diese Offensiv-Strategie einschließlich umfangreicher gezielter Tötungen durch Spezialkräfte mit dem immer wieder propagierten Strategiewechsel zusammenpassen soll. Wie soll das zusammengehen und wie soll diese Strategie erfolgreich sein, frage ich mich.

Mehrere Gesprächspartner weisen daraufhin, dass nach vorsichtiger Schätzung an die 20.000 Medresen, Religionschulen, in Pakistan existieren. In vielen von ihnen wird permanent Nachwuchs für die Taliban rekrutiert. Einige Gesprächspartner geben zu bedenken, dass die Strategie gezielter Tötung auch zu einer Radikalisierung und Fragmentierung der Taliban führt, was eine politische Lösung sicher nicht leichter macht. Nahezu unisono sind sich aber alle Gesprächspartner einig, dass dieser Konflikt nicht militärisch gewonnen werden kann, sondern eine politische Lösung nötig ist.

Die Fragwürdigkeit dieser Strategie beschäftigt auch Präsident Hamed Karzai, den wir gemeinsam mit Botschafter König treffen. Wieder nach einer Fahrt durch Tore, Mauern und Sicherheitsschleusen. Dieser Präsidentenpalast muss einer der weltweit am besten gesicherten sein, denke ich mir.

Neben Präsident Karzai verströmt ein gewaltiger Rosenstrauß einen betörenden Duft. Afghanistan war früher berühmt für seine Rosen und Rosenöle. Das sei eine besondere und seltene Rosenart, erläutert Karzai, ihr Name sei „Königin der Nacht“. Da passt unser Gastgeschenk, das wir wie bei allen anderen Terminen selbstverständlich dabei haben, diesmal ganz besonders: Eine Aufnahme der Arie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte.

Von Rosen und Arien kommen wir aber sehr schnell zur Situation in Afghanistan. Hamed Karzai macht deutlich, dass eine Lösung der Kämpfe und Konflikte aus seiner Sicht nur unter aktiver Einbeziehung Pakistans möglich sei. Solange dort in Medresen ungestört neue Taliban-Kämpfer herangezogen würden, sei der Kampf in Afghanistan gegen diese kaum zu gewinnen. Durch diese Situation sei er jetzt zu Verhandlungen mit den Taliban und zu einem so genannten „Wiederversöhnungsprogramm“ gezwungen. Länger diskutieren wir über dieses Thema.

Aus meiner Sicht dürfen die Opfer der Taliban-Ära dabei nicht vergessen werden – und schon gar nicht wieder die Opfer von morgen werden. Auf meine Nachfragen hin versichert er mir, dass eine mögliche Machtteilung mit Talibanführern nicht zu einer schleichen Umwandlung der Islamischen Republik Afghanistan zu einem Islamischen Emirat Afghanistan führen dürfe, in der die Uhren bei den Menschen- und Frauenrechten wieder zurückgedreht werden. Ich bleibe skeptisch und frage mich, wie bei einer Machtteilhabe von Taliban die Rechte der gegenwärtigen Verfassung wirklich gewahrt werden sollen. Schon jetzt stehen vieler dieser Rechte bisher nur auf dem Papier.

Pakistan-Politik in der Kritik

Präsident Karzai verweist schließlich noch auf das große Potential der Bodenschätze in Afghanistan und bittet um deutsche Unterstützung zu ihrer Erschließung. Wir diskutieren darüber, dass man nicht die Fehler vieler anderer Länder wiederholen und damit massive Umweltzerstörungen verursachen dürfe.
Die Rolle der Nachbarländer und insbesondere Pakistans unterstreicht später auch Außenminister Rasool, ein sehr feiner älterer Herr, der lange im Exil in Rom für den früheren afghanischen König tätig war. Er plädiert für eine Regionalkonferenz, um diesen Prozess voranzubringen. Nötig wäre in diesem Zusammenhang auch eine aktive Pakistan-Politik der deutschen Bundesregierung, denke ich mir. Da ist aber gegenwärtig bei Außenminister Westerwelle weit und breit nichts zu sehen.
Ganz anders als die streng nach Protokoll ablaufenden Treffen mit Präsident und Außenminister ist das Wiedersehen mit Rangin Dadfar Spanta, lange Jahre Außenminister und jetzt Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten. Er hat lange in Deutschland gelebt, war dort bei den Grünen aktiv. Wir kennen uns noch gut aus diesen Zeiten, an die er sich gerne erinnert. Auch er verweist auf das aus afghanischer Sicht zentrale Problem der Situation in Pakistan.

Klare rote Linie aller drei Gespräche ist die große Bedeutung und lange Tradition der deutsch-afghanischen Beziehungen und die hohe Wertschätzung, die Deutschland und seine Kultur hier genießen. Dieser Auffassung scheint die Bundesregierung aber ganz offensichtlich nicht zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, was ich dann noch sehen und hören muss. Wir besuchen das Goethe-Institut in Kabul, ein Besuch, der bei mir ungläubigen Ärger hervorruft.

Goethe-Institut im DDR-Ambiente

Das Goethe-Institut ist im Gebäude der ehemaligen DDR-Botschaft untergebracht. Und seitdem hat sich nichts verändert, und wenn, dann nur zum Schlechteren: Decke und Wände bröckeln ab, an den Wänden ist Schimmel zu sehen, in kleinen, spärlich möblierten Räumen sitzen zahlreiche junge Afghaninnen und Afghanen über ihre Deutschbücher gebückt.

Ich kann mir den zynischen Gedanken nicht verkneifen, dass die Lampen und viele Einrichtungsgegenstände von hier in den Retro-Möbel-Läden im Prenzlauer Berg sicher gute Preise erzielen würden. Es ist eigentlich nicht zu fassen: das ist das mit Abstand schäbigste Gebäude, das uns bisher hier bei unseren Terminen begegnet ist. Das soll der Ort für den deutsch-afghanischen Kulturaustausch sein? Der Raum, um junge Afghaninnen und Afghanen für deutsche Sprache und Kultur zu gewinnen und begeistern? Ganz abgesehen davon, dass Räume für Kultur und entsprechende Veranstaltungen in Kabul rar gesät sind, Einrichtungen wie dem Goethe-Institut damit eine besondere Bedeutung zukommen.

Der Ort hält die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber nicht davon ab, hier ganz hervorragende Arbeit zu leisten, das bemerke ich schnell. Für das Filmfestival oder auch das Literaturfestival, das sie mitorganisieren, müssen aber Räume im französischen Kulturinstitut gemietet werden. Erstaunt erfahre ich, dass überhaupt nur drei Länder mit Kulturinstituten hier in Kabul vertreten sind. Nicht weniger erstaunt bekomme ich auch mit, dass die Mittel für die von Deutschland gegründete und seit den zwanziger Jahren bestehende renommierte Amani-Oberrealschule gekürzt werden sollen.

Wie, frage ich mich, soll denn die Entwicklung in Afghanistan vorangebracht werden, wenn neben all den anderen Problemen und Hindernissen auch noch diese für die deutsch-afghanischen Beziehungen zentralen Bildungsinstitutionen in so fahrlässigen Weise mit Füßen getreten werden? Das muss sich ändern, dafür will und werde ich mir hierzulande einsetzen. Es gibt in Afghanistan viele nur schwer überwindbare Schwierigkeiten und Dilemmata, mit denen das deutsche Engagement konfrontiert ist. Aber am Goethe-Institut in Kabul für bessere Bedingungen zu sorgen, das kann doch nun wirklich nicht so schwer sein.

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