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Afghanistan Mindestens 30 Tote bei Selbstmordanschlag

Ein Mann sprengt sich vor einem Regierungsgebäude im Unruhe-Distrikt Imam Sahib in der afghanischen Provinz Kundus in die Luft. Dabei kommen mindestens 30 Menschen ums Leben, viele weitere werden verletzt.

21.02.2011 10:17
Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) an einem Posten in Nordafghanistan (Symbolbild). Foto: dapd

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Regierungsgebäude in der nordafghanischen Provinz Kundus sind am Montag nach Angaben der Behörden mindestens 30 Menschen getötet worden. Außerdem seien bei der Tat im unruhigen Distrikt Imam Sahib im Einsatzgebiet der Bundeswehr etwa 40 Menschen verletzt worden. Der Attentäter habe seine Bombe gezündet, als zahlreiche Menschen vor dem örtlichen Statistikamt anstanden, um Ausweise abzuholen, sagte ein Vertreter der Behörden in dem Distrikt nördlich von Kundus.

Die Gewalt im Norden Afghanistans, für den die Bundeswehr militärisch verantwortlich ist, hatte in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Nachdem die Bundeswehr gemeinsam mit afghanischen Truppen in den vergangenen Monaten hart gegen die Aufständischen in der Region Kundus vorgegangen war, beruhigte sich die Lage dort über den Winter zunächst. Die jüngsten Anschläge könnten jedoch ein Zeichen für den Start der alljährlichen Frühlingsoffensive der Taliban sein.

Beim Anschlag durch einen afghanischen Soldaten auf einen deutschen Außenposten südlich von Kundus wurden am Freitag drei Bundeswehr-Soldaten getötet. Zwei ihrer Kameraden wurden schwer, vier weitere leicht verwundet. Die Verletzten sowie ein weiterer deutscher Soldat, der am Freitagabend bei einem Feuergefecht verwundet wurde, wurden am Wochenende nach Deutschland ausgeflogen. Sie werden in den Bundeswehr-Krankenhäusern Koblenz und Ulm behandelt. Die drei gefallenen Soldaten sollten nach Angaben des Verteidigungsministeriums Anfang der Woche ausgeflogen werden. Ein Termin für die Trauerfeier stehe aber noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

Trotz des Anschlags am Freitag will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an der Strategie des Partnering festhalten, nach der deutsche und afghanische Soldaten seit vergangenem Sommer Seite an Seite kämpfen. Auch die Nato-Partner hatten in Afghanistan bereits mit Angriffen aus den afghanischen Partnerverbänden heraus zu kämpfen. Derzeit sind rund 5000 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Insgesamt sind am Hindukusch rund 150.000 ausländische Soldaten stationiert, davon etwa 100.000 Amerikaner. (rtr)

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