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Afghanistan Karsai verhandelt angeblich mit Taliban

Laut einem Zeitungsbericht verhandeln hochrangige Vertreter von Präsident Karsai mit den Islamisten über die Beteiligung von Taliban an der Regierung und einen Abzug der westlichen Koalitionstruppen.

06.10.2010 11:47
Präsident Hamid Karsai. Foto: AFP

Laut einem Zeitungsbericht verhandeln hochrangige Vertreter von Präsident Karsai mit den Islamisten über die Beteiligung von Taliban an der Regierung und einen Abzug der westlichen Koalitionstruppen.

nbDie afghanische Regierung unter Präsident Hamid Karsai verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit den radikal-islamischen Taliban über ein Ende des jahrelangen Krieges am Hindukusch. Wie die „Washington Post“ am Dienstag berichtete, führen hochrangige Vertreter geheime Gespräche, die sich noch am Anfang befinden. Das Blatt berief sich auf afghanische und arabische Quellen, ohne Namen zu nennen.

Demnach sind die Vertreter der Taliban berechtigt, für die afghanische Taliban-Organisation Kuetta Schura und ihren Anführer Mohammad Omar zu verhandeln. Die Kuetta Schura besteht aus Resten der 2001 gestürzten Taliban-Regierung, die nach Pakistan flüchtetae.

Dem Bericht zufolge geht es bei den Verhandlungen um ein Abkommen, das die Beteiligung von Taliban an der afghanischen Regierung und einen Abzug der westlichen Koalitionstruppen vorsehen würde. Es handele sich um die Fortsetzung von Gesprächen vor gut einem Jahr in Saudi-Arabien.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Taliban ein Gesprächsangebot Karsais offiziell abgelehnt. Die Islamisten widersprachen auch der Darstellung des Chefs der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe, demzufolge Gespräche zwischen der Regierung in Kabul und ranghohen Taliban im Gange sind. Die Äußerungen von General David Petraeus stimmten nicht, und die Taliban hätten keinerlei Kontakte zu Karsai. Die Taliban lehnten schon früher Gespräche ab, solange ausländische Truppen in Afghanistan sind.

Taliban-Anhänger greifen regelmäßig afghanische Sicherheitskräfte und ausländische Soldaten an. Die fast 150.000 Mann starke Koalitionstruppe soll verhindern, dass die Extremisten wieder an die Macht kommen. Deutschland stellt mit gut 4700 Soldaten hinter den USA und Großbritannien das drittstärkste Truppenkontingent. (rtr)

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