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Afghanistan Gouverneur von Kundus getötet

Bei einem Bombenanschlag in einer Moschee in Nordafghanistan ist der Gouverneur der Provinz Kundus getötet worden. Derweil muss die Bundeswehr einräumen, dass beim Anschlag am Donnerstag deutlich mehr ihrer Soldaten verletzt wurden.

08.10.2010 12:24
Gouverneur Mohamed Omar wurde getötet. Foto: dpa

Der Gouverneur der nordafghanischen Provinz Kundus ist bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher der Provinzregierung am Freitag mitteilte, nahm Gouverneur Mohammad Omar gerade am Freitagsgebet in einer Moschee in der Nachbarprovinz Tachar teil, als in dem Gotteshaus ein Sprengsatz explodierte. Neben dem Politiker seien mehr als 20 weitere Gläubige getötet oder verletzt worden. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Die Provinzen Kundus und Tachar gehören zum Einsatzgebiet der Bundeswehr.

Bei dem Selbstmordanschlag in Nordafghanistan vom Donnerstag sind deutlich mehr Soldaten verwundet worden als bisher bekannt. Wie Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag in Berlin mitteilte, wurden insgesamt 14 Soldaten verwundet. Tags zuvor hatte die Bundeswehr die Zahl noch mit sechs angegeben.

Doch hatten sich nach dem Ende der mehrstündigen Kampfhandlungen weitere Soldaten mit leichten Verletzungen gemeldet. Nach Angaben des Ministers schwebt keiner der Verwundeten in Lebensgefahr. Die Leiche des 26-jährigen Sanitäts-Oberfeldwebels aus dem Fallschirmjägerbataillon 313 aus Seedorf in Niedersachsen soll am Samstag nach einer Trauerfeier im Bundeswehrlager von Kundus nach Deutschland übergeführt werden.

Der Anschlag auf die deutschen ISAF-Soldaten ereignete sich am Donnerstag um 13.50 Uhr Ortszeit nördlich des Regionalen Wiederaufbauteams in Pol-e Khomri in der Provinz Baghlan. Die Soldaten hatten den Auftrag, eine Brücke an der Übergangsstelle bei Aka-Khel zu sichern. Der deutschen Einheit näherte sich ein Bauer, der vermeintlich um medizinische Hilfe bat. In die Nähe der Soldaten gelangt, zündete der Mann einen Sprengsatz am Körper. Die Explosion der mit Eisenkugeln gefüllten Sprengstoffweste war so stark, dass dabei die Türen und Fenster eines geschützten Fahrzeuges vom Typ „Dingo“ durchschlagen wurden. „Einen solchen Vorfall hatten wir noch nicht“, sagte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Rainer Glatz.

Auf dem Weg zum Bundeswehrcamp gerieten die Soldaten dann in einen organisierten Hinterhalt und wurden mit Handfeuerwaffen und Mörsern beschossen. Glatz zufolge wurde Luftnahunterstützung angefordert und eine Fliegerbombe auf die Mörserstellung geworfen. Zudem kamen US-Kampfhubschrauber „Apache“ zum Einsatz, die die Aufständischen mit Raketen beschossen. Über die Zahl der getöteten Aufständischen wurden keine Angaben gemacht. Glatz sagte, nach bisherigen Erkenntnissen seien bei den mehrstündigen Kampfhandlungen keine Zivilisten ums Leben gekommen. Die Kämpfe endeten erst gegen 18.30 Uhr Ortszeit. (dpa/dapd)

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