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Afghanistan Armee im Chaos und Drogen für Polizei

Das afghanische Heer ist in einem desolaten Zustand: Bei der Offensive in Helmand verlor es nach Medienberichten 60 Prozent der im Kampf engagierten Truppen - durch Verletzte, aber auch durch Deserteure und Demissionen.

07.04.2010 08:04
Afghanische Soldaten vor einem Einsatz in der Provinz Helmand. (Archivbild; Foto: Foto: SSGT Mark Jones/Handout Crown Copyright)

Paris. Das afghanische Heer hat nach französischen Berichten bei der Offensive in Helmand 60 Prozent seiner im Kampf engagierten Truppen eingebüßt. Es habe zwar nur wenig Tote gegeben. Dazu kämen aber Verletzte, Deserteure und Demissionen.

Das schreibt das Pariser Wochenblatt "Le Canard enchaîné" unter Berufung auf Berichte französischer Offiziere an Präsident Nicolas Sarkozy.

Wenig ermutigend sind auch französische Militärberichte über die afghanische Polizei. Mehr als die Hälfte der Rekruten nehme Drogen, schreibt das Blatt, das regelmäßig aus geheimen Militärdossiers zitiert. Nur zehn Prozent würden abgewiesen. Die französischen Soldaten berichteten von Desertionen, Korruption, Alkoholismus und Brutalität der Polizisten gegen Bürger. "Mehr als ein Viertel der registrierten Mannschaften sind "Phantompolizisten", was den örtlichen Chefs erlaubt, sich ihren Sold anzueignen."

Der kürzlich in den Ruhestand getretene französische Generalstabschef Jean-Louis Georgelin habe in seinem "Afghanistan-Testament" die Meinung vertreten, dass Frankreich "in dem Saustall nichts zu suchen" habe. Sarkozy widersetze sich nun dem Drängen der USA nach Truppenverstärkung und werde nur 80 zusätzliche Ausbilder schicken. (dpa)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Afghanistan

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