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Tote Soldaten Highway der Helden

Im Gegensatz zu Deutschland ehren manche Alliierten ehren ihre toten Soldaten öffentlich.

16.10.2008 00:10
Foto: FR-Infografik

Die Bürger verbündeter Staaten trauern ganz unterschiedlich um Soldaten, die im Afghanistan-Krieg starben. Beispiele:

Kanada: Am "Highway der Helden" stehen Kanadier und geben den toten Soldaten das letzte Geleit. Die meisten sind in rot gekleidet, viele haben eine rot-weiß-rote Flagge mit dem roten Ahornblatt dabei, wenn sie von den Brücken blicken, die den Highway 401 überqueren. Sie sehen, wie der Konvois mit den Särgen der gefallenen Soldaten von dem Militärstützpunkt Trenton nach Toronto fährt. Von dort werden die Särge in ihre Heimatorte gebracht. Die 97 gefallenen Soldaten werden von Politikern und Bürgern als Helden bezeichnet, die für eine gute Sache gekämpft haben. Dennoch wächst der Zweifel an dem Einsatz am Hindukusch. Die Zweifel sorgten dafür, dass das Parlament im Februar beschloss, den Einsatz im Jahr 2011 zu beenden.

USA: Wer bei der Ausübung seiner Dienstpflichten ums Leben kommt, in welcher Uniform auch immer, ob Feuerwehrmann, Polizist oder Soldat, ist in den USA automatisch ein Held. Insbesondere seine Kriegstoten ehrt das Land mit viel Pathos und aufrichtiger Anteilnahme. Die gilt, wie immer US-Bürger über Sinn und Unsinn eines Feldzugs denken mögen. Nur im moralischen Sumpf des Vietnamkriegs war die Nation auch über den Umgang mit ihren Soldaten gespalten. All das wird am deutlichsten auf dem Nationalfriedhof in Arlington in der Nähe der Hauptstadt Washington. Hier stehen endlose Reihen geweißter Grabsteine, in Sektionen nach Kriegen geordnet. Nur aktive und ehemalige Soldaten haben das Recht, hier neben Präsidenten bestattet zu werden. Auch in der Politik sind die Kriegstoten stets präsent. Doch ihre Botschaft bleibt widersprüchlich. Präsident George W. Bush trägt ebenso ein Armband mit dem Namen eines im Irak gefallenen Soldaten wie die Bewerber um seine Nachfolge, John McCain und Barack Obama.

Großbritannien: Wenn die Särge britischer Soldaten auf ihren Heimat-Stützpunkten ankommen, berichten die Medien ausführlich. Trotz der 120 gefallenen Soldaten spricht keiner von Abzug. Was in Afghanistan geschehe, habe direkten Einfluss auf den Rest der Welt, wiederholte jüngst Premier Gordon Brown. Mit ihrem Einsatz in Afghanistan verhüteten britische Soldaten, "dass der Terrorismus auf die Straßen Britanniens kommt". gb/ost/pn

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