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Cyber-Überwachung BND will technisch aufrüsten

Der BND will einem Medienbericht zufolge künftig auch geschützte Internetverbindungen überwachen. Bis zum Jahr 2020 sollen für das Programm insgesamt 300 Millionen Euro bewilligt werden. Möglicherweise sollen künftig auch SSL- und HTTPS-Verbindungen geknackt werden.

10.11.2014 07:48
Der BND will Geld für eine technische Aufrüstung Foto: dpa

Der Bundesnachrichtendienst (BND) will einem Bericht zufolge künftig auch geschützte Internetverbindungen überwachen. Für die dafür nötige technische Aufrüstung habe der Geheimdienst kürzlich für das kommende Jahr im Vertrauensgremium des Bundestags 28 Millionen Euro beantragt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vom Montag. Demnach sollen künftig womöglich auch Verbindungen geknackt werden, die durch die Verschlüsselungstechniken SSL und HTTPS geschützt sind.

Bis zum Jahr 2020 sollen für das Programm insgesamt 300 Millionen Euro bewilligt werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Der BND will demnach unter anderem soziale Netzwerke im Ausland überwachen und ein Frühwarnsystem für Cyberangriffe einrichten. In diesem Jahr wurden für die Vorbereitung des Programms bereits 6,22 Millionen Euro ausgegeben, wie es in dem Bericht weiter hieß.

Der BND will der "SZ" zufolge mithilfe externer Spezialisten künftig die Transportverschlüsselung SSL entschlüsseln, die von vielen Einkaufsportalen verwendet wird. Durch das Programm namens Nitidezza könnten in Zukunft möglicherweise HTTPS-Verbindungen vom Dienst decodiert werden.

Die Überwachung sozialer Netzwerke wie Twitter befindet sich dem Bericht zufolge offenbar noch in der Aufbauphase. Erst im Juni kommenden Jahres soll ein Prototyp starten. Nach BND-Angaben sollen nur öffentlich zugängliche Daten benutzt werden und in die Analyse sollen demnach keine Datenpakete in deutscher Sprache einfließen.

Vor allem im Kampf gegen ausländische Extremistenorganisationen spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle. Vertreter der Bewegungen verbreiten ihre Ansichten nicht nur vordergründig über Online-Plattformen, sondern rekrutieren auch neue Mitglieder über soziale Netzwerke im Internet. (afp)

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