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Wahl 2013 Umfragen Lammert kritisiert Umfrage-Inflation

Immer mehr Umfragen zur Bundestagswahl werden in den Medien veröffentlicht. Selbst am Wahlsonntag soll eine neue Umfrage erscheinen. Bundestagspräsident Norbert Lammert würde das am liebsten verbieten.

20.09.2013 14:44
Genervt von den Umfragen: Bundestagspräsident Lammert. Foto: dpa

Immer mehr Umfragen zur Bundestagswahl werden in den Medien veröffentlicht. Selbst am Wahlsonntag soll eine neue Umfrage erscheinen. Bundestagspräsident Norbert Lammert würde das am liebsten verbieten.

Die Veröffentlichung von Meinungsumfragen bis kurz vor der Bundestagswahl am 22. September oder sogar am Wahltag selbst stößt weiter auf Kritik. Er halte die "täglichen Wasserstandsmeldungen der jeweils neuen Ergebnisse bis zum Wahltag" nicht für eine Errungenschaft, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert der "Rheinischen Post" vom Freitag. Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter sieht dagegen keinen Grund zur Beanstandung.

Anlass ist das Abweichen einiger Medien und Meinungsforschungsinstitute von der bisher gängigen Praxis, in der Woche vor der Wahl keine neuen Umfragen mehr zu veröffentlichen.

Auch ZDF schert aus

So hatte das ZDF am Donnerstagabend ein "Politbarometer" der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen mit neuen Umfrageergebnissen ausgestrahlt. Daraus ergab sich ein hauchdünner Vorsprung von Schwarz-Gelb vor den Oppositionsparteien. Die Details dazu sehen Sie in unserer interaktiven Grafik.

Die "Bild am Sonntag" will sogar am Tag der Bundestagswahl selbst eine neue Umfrage des Instituts Emnid veröffentlichen.

Lammert sagte dazu, Veröffentlichungen von Umfragen am Wahltag sollten sich "von selbst verbieten". Zur Begründung sagte Lammert, dass eine "Verwechslung von Umfragen und Wahlergebnissen" kaum zu vermeiden wäre.

Positiv für Wahlbeteiligung?

Kritisch hatte sich zuvor auch der Chef des Instituts Infratest dimap, Richard Hilmer, geäußert. Die letzte Woche solle den Wählern gehören, sagte Hilmer in mehreren Interviews. Statt mit Umfragezahlen sollten sich die Wähler dann besser mit den Programmen der Parteien und den zur Wahl stehenden Personen befassen.

Dagegen sieht Falter neue Umfragen kurz vor der Wahl sogar eher positiv. Wenn Wähler ihre Entscheidungen immer später fällen, sei es umso wichtiger, dass diese auch aktuelle Informationen dafür bekommen, sagte Falter am Freitag dem Deutschlandfunk. Auch könne die Veröffentlichung neuer Meinungsumfragen möglicherweise die Wahlbeteiligung steigern helfen. (afp)

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