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Merkel gegen Steinbrück Sieger: Stefan Raab und die Schlandkette

Stefan Raab zeigte sich im TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück als hartnäckiger Fragesteller. An Merkel scheitert allerdings auch er. Fast noch mehr Aufmerksamkeit als die Kanzlerin zieht der Schmuck auf sich, den sie trägt: eine Halskette in den Landesfarben von - Belgien.

Stefan Raab mit seinen Mit-Moderatoren Peter Kloeppel, Maybrit Illner und Anne Will. Foto: dpa

Die Mit-Moderation von Stefan Raab beim TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück hatte im Vorfeld für reichlich Diskussionen gesorgt - umso gespannter durfte das Publikum sein, wie sich der ProSieben-Spaßmacher zwischen Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Anne Will schlagen würde. Über weite Strecken hält Raab sich überraschend zurück und seinen Drang zur Witzelei im Zaum. Nach 80 Minuten aber hat er seinen großen Moment. Raab hält Steinbrück vor, dass dieser nicht als Vize-Kanzler einer großen Koalition zur Verfügung stehe. Ob Steinbrück denn wirklich nur dann in die Regierung wolle, wenn er "King of Kotelett" sein könne? Steinbrück fällt keine originelle Antwort ein. Der Entertainer lässt nicht locker: Wen er denn wählen solle, um eine große Koalition zu bekommen? "Nach dieser Sendung: mich", müht sich Steinbrück. So richtig gut sieht in diesem Moment nur einer aus: Stefan Raab.

An der oft beschriebenen Teflon-Taktik von Angela Merkel rutscht allerdings auch Stefan Raab an diesem Abend ab - und damit geht es ihm nicht anders als den Polittalk-Profis an seiner Seite. Zwar versucht auch Raab mehrfach, die Kanzlerin zu unterbrechen und an das Thema der Frage zu erinnern. Die aber ficht das nicht an. Merkel reagiert auf Unterbrechungen sichtlich ungehalten, egal von wem sie kommen, und zieht ihre Antworten durch. So lässt sie auch bei Raabs Frage, ob es den Deutschen finanziell nach weiteren vier Merkel-Jahren besser oder schlechter gehe, trotz mehrfacher Anläufe kein Nachhaken zu. Raab gibt schließlich auf, ebenso wie die anderen Moderatoren. Dass sich die vier Fragesteller die Zähne an Merkel ausbeißen, kann man wirklich nicht sagen - dafür lassen sie die Kanzlerin viel zu früh wieder los.

Nur einmal bringt Raab Merkel ein wenig aus dem Konzept, als er auf die Verwechselbarkeit beider großen Volksparteien hinauswill. Ob denn der Wahl-o-Mat bei ihr als Ergebnis wirklich "CDU" ausspucken würde, fragt er die Kanzlerin und Parteichefin. Merkels Antwort: "Ich glaube, dass da gut CDU rauskommen kann." Ganz sicher scheint sie nicht zu sein.

Der Medienwissenschaftler und frühere Leiter des Grimme-Instituts, Bernd Gäbler, analysierte im Anschluss Raabs Auftritt: "Der Super-Polit-Journalist der Zukunft ist er sicher nicht", sagte Gäbler gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch Raab sei es nicht gelungen, Merkel und Steinbrück "auch nur eine einzige überraschende Antwort zu entlocken."


Hätte, hätte, Deutschlandkette

Zum Star des Abends avanciert unversehens der schwarz-gold-rote Halsschmuck, den Angela Merkel trägt. Unzählige Tweets widmen sich während der Sendung der #schlandkette - und prompt hat das Schmuckstück auch einen eigenen Twitter-Account, der binnen kürzester Zeit tausende Anhänger sammelt.

Tatsächlich: Die Farbreihenfolge der Kette um Merkels Hals steht für Belgien und nicht für Deutschland. Der Schmuck hatte am Sonntagabend übrigens keineswegs Premiere. Merkel trug sie unter anderem bereits bei ihrer zweiten Wahl zur Kanzlerin im Bundestag 2009. Auch damals hatte der Halsschmuck für Aufsehen gesorgt.

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