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Kommentar zu Alexander Dobrindt Hilfe, der Dobrindt kommt

CSU-Querschläger Alexander Dobrindt soll als Minister nach Berlin. Warum auch nicht - die wichtigsten Qualifikationen für das Amt hat er schon.

Bei den Koalitionsverhandlungen angeblich ganz zahm: Alexander Dobrindt. Foto: dpa

CSU-Querschläger Alexander Dobrindt soll als Minister nach Berlin. Warum auch nicht - die wichtigsten Qualifikationen für das Amt hat er schon.

Das Schönste an der CSU ist, dass sie ihre Wähler nicht vergisst; auch 2013 hat sich die Partei in ihren vielleicht wichtigsten Lagern um gute Stimmung bemüht. Es gibt die Aussicht auf Betreuungsgeld (für Mütter), die Aussicht auf Grenzkontrollen (für alle, die etwas gegen Ausländer haben) und das Versprechen auf eine PKW-Maut (für alle, die nur ein bisschen etwas gegen Ausländer haben aber immer jammern, dass die Deutschen für alles bezahlen).

Bei so vielen Streicheleinheiten für die CSU-Seele ist es schnell vergessen, dass das Betreuungsgeld nur in abgespeckter Form kommt und die Einführung der Maut nach Ansicht mancher SPD-Politiker so wahrscheinlich ist wie die Wiedergeburt von Franz-Josef Strauß.

Für die gute Stimmung an der Basis steht ganz maßgeblich der bisherige Generalsekretär Alexander Dobrindt, der in Berlin demnächst Verkehrsminister werden soll.Während Bundeskanzlerin Merkel in Berlin ihren Wählen das Ende der Wehrpflicht zumutete und den Atomausstieg, da kümmerte sich Dobrindt in Bayern rührend um die Geschundenen. Mal nennt er die Grünen den „politischen Arm von Krawallmachern“, mal regt er an, die Partei Die Linke zu verbieten.

Crazy Horst und sein Statthalter

Dankenswerterweise nimmt er seinem Chef Horst Seehofer so die Drecksarbeit ab, der gerade versucht, von seinem Spitznamen „Crazy Horst“ wegzukommen. Der Journalist, der ihn so genannt hat, habe eindeutig eine Grenze überschritten, sagte Seehofer, der Arme, kürzlich dem Spiegel. 

Das Verrückt-Sein ist ja auch Crazy Dobrindts Job. Auch wenn der nicht so crazy ist, wie er sich gibt. Die große Frage ist jetzt die, wie er sich in Berlin entwickelt. Kommt die Forderung nach einer Extra-Durchfahrtssteuer für Rumänen? Oder eine Ausnahme von der Verkehrssteuer für Bayern, wegen der höheren Wirtschaftsproduktivität?

Im Ernst: Dass von Dobrindt peinliche Forderungen kommen, ist eher unwahrscheinlich. Jahrelang hat er, der Soziologe, seine Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Diese Fähigkeit wird ihn auch diesmal nicht im Stich lassen.

Man muss nur wieder ein paar Sätze von seinem Vorgänger Franz Josef Strauß lesen, der die Abschaffung, wohlgemerkt die ABSCHAFFUNG der Apartheid unverantwortlich nannte. Das war mal der Sound der CSU. Dann merkt auch der letzte, dass Dobrindt ja im Grunde für einen CSU-General ziemlich zahm ist. Wetten, dass er uns in Berlin höchstens zu Tode langweilt?

 

 

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