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Koalitionsvertrag Schönheits-OPs sollen verboten werden

Laut einer Zusatzvereinbarung zum Koalitionsvertrag wollen Union und SPD chirurgische Eingriffe bei Minderjährigen ohne medizinischen Grund verbieten. Beide Parteien wollen zudem Verbraucher im Bereich der Schönheits-Chirurgie besser schützen.

Muss das denn wirklich sein? Foto: imago stock&people

Union und SPD wollen Schönheits-Operationen bei Minderjährigen ohne medizinischen Grund verbieten. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau haben sich beide Seiten bei den Koalitionsverhandlungen geeinigt, ein Verbot in dem für das nächste Jahr geplanten Präventionsgesetz zu verankern. Das Vorhaben taucht im Koalitionsvertrag nicht auf. Das Verbot wurde von den Gesundheitspolitikern vereinbart, als es um die Inhalte des Präventionsgesetzes ging.

Nach früheren Angaben der Union werden rund zehn Prozent aller kosmetischen Eingriffe an unter 20-Jährigen durchgeführt. Ein medizinischer Grund für einen derartigen Eingriff liegt vor, wenn die Betroffenen auf Grund ihres Aussehens seelische Probleme haben. Begründet wären auch plastisch-chirurgische Eingriffe zur Korrektur von Fehlbildungen der Hand oder die Behandlung von Verbrennungsfolgen. Bisher reicht in Deutschland für Eingriffe wie Brust-OP oder Fettabsaugen bei Minderjährigen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Beide Parteien wollen zudem Verbraucher im Bereich der Schönheits-Chirurgie besser vor einer unqualifizierten Behandlung bewahren. Dazu soll der Begriff der kosmetischen Chirurgie und die notwendige Ausbildung definiert und die Berufsbezeichnung geschützt werden. Bisher kann in Deutschland jeder zugelassene Arzt Schönheits-OP ohne eine Weiterbildung anbieten.

Union und SPD hatten bereits Ende 2007 während der letzten großen Koalition einen Vorstoß unternommen, um Teenager vor den Gefahren von Schönheits-OP zu schützen. Vor allem aus Zeitgründen kam es nicht mehr zu einem Gesetz. Einen weiteren Versuch startete die Union im vergangenen Jahr während der Regierungszeit mit der FDP. Die Liberalen stoppten die Pläne jedoch.

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