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Türkei Syrien Westerwelle rechtfertigt Zwangslandung

Erneut durchsucht die Türkei ein Flugzeug auf dem Weg nach Syrien. Dieses Mal ist es eine Maschine aus Armenien. Der Stopp ist offenbar abgesprochen, nicht erzwungen.

15.10.2012 11:22
Die armenische Maschine auf dem Flughafen von Erzurum. Foto: dapd

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die abermalige Zwangslandung eines Flugzeugs auf türkischem Boden und die Überprüfung der Fracht durch die örtlichen Behörden verteidigt. „Nach internationalem Recht ist es zulässig und auch moralisch geboten, Flugzeuge zu untersuchen, bei denen ernst zu nehmende Hinweise darauf bestehen, dass Rüstungsgüter oder Waffen nach Syrien geliefert werden“, sagte er in Luxemburg. Dieses Recht gelte unabhängig davon, wo die Maschine gestartet sei und aus welchem Land die Fluggesellschaft stamme.

Die türkischen Behörden haben am Montag ein armenisches Flugzeug durchsucht, das auf dem Weg nach Syrien war. Die Maschine werde nach der Durchsuchung am Flughafen der ostanatolischen Erzurum ihre Reise in die nordsyrische Stadt Aleppo fortsetzen dürfen, wenn keine verdächtige Ladung gefunden werde, verlautete aus dem Außenministerium in Ankara. Das Flugzeug hat demnach humanitäre Hilfsgüter für das schwer umkämpfte Aleppo an Bord.

Auch von Seiten der armenischen Regierung in Eriwan hieß es, das Flugzeug habe humanitäre Fracht geladen. In ersten Meldungen war von einer Passagiermaschine die Rede gewesen; die Zeitung „Hürriyet“ berichtete aber auf ihrer Internetseite, es handele sich um ein Frachtflugzeug.

Beziehungen stark belastet

Die Türkei habe dem armenischen Flugzeug erlaubt, auf dem Weg nach Syrien ihren Luftraum zu durchqueren, sagte ein Außenamtsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Bedingung sei aber die Durchsuchung des Flugzeugs gewesen. Die Landung in der Türkei war nach Angaben aus der Südkaukasusrepublik zwischen den Nachbarländern abgesprochen. Der Stopp sei geplant gewesen, betonte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in der Hauptstadt Eriwan. Türkische Medien hatten zuvor berichtet, das Flugzeug sei zur Landung gezwungen worden. Aus Regierungskreisen in Eriwan hieß es, das Flugzeug gehöre der privaten Linie Air Armenia. Die Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei sind historisch stark belastet.

Die Zwangslandung eines syrischen Passagierjets auf dem Weg von Moskau nach Damaskus am vergangenen Mittwoch hatte erhebliche Spannungen zwischen der Türkei und Syrien ausgelöst. Nach türkischen Regierungsangaben wurden an Bord der syrischen Maschine einige Rüstungsgüter für Damaskus gefunden; um was genau es sich handelte, ist bisher aber nicht bekannt. Nach russischen Medienberichten transportierte das syrische Flugzeug Ersatzteile für den Radar der syrischen Luftabwehr. (afp/dapd)

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