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Syrien-Türkei-Konflikt USA unterstützen Türkei

Erdogan erhält Rückendeckung vom amerikanischen Außenamt: Es sei richtig gewesen, das syrische Flugzeug anzuhalten und zu untersuchen. Angeblich habe man Radaranlagen für die syrische Raketenabwehr beschlagnahmt.

12.10.2012 16:24
Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erhält Zuspruch von der US-Außenpolitik. Foto: dapd

Erdogan erhält Rückendeckung vom amerikanischen Außenamt: Es sei richtig gewesen, das syrische Flugzeug anzuhalten und zu untersuchen. Angeblich habe man Radaranlagen für die syrische Raketenabwehr beschlagnahmt.

Im Konflikt um das in der Türkei gestoppte syrische Passagierflugzeug haben die USA der Regierung in Ankara den Rücken gestärkt. „Wir unterstützen die Entscheidung der türkischen Regierung, das Flugzeug zu untersuchen“, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland am Donnerstag (Ortszeit).

Dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zufolge enthielt die beschlagnahmte Fracht des Flugzeugs Munition und militärische Ausrüstung. Ein russischer Rüstungshersteller habe sie ans Verteidigungsministerium in Damaskus schicken wollen. Die syrische Führung bestritt das vehement und bezichtigte den Erdogan der Lüge.

„Grundsätzlich besorgniserregend“

Das US-Außenamt erklärte, man könne den Fund von militärischem Material an Bord nicht bestätigen. Allerdings sei die Versorgung der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad mit Waffen grundsätzlich besorgniserregend. Türkische Kampfflugzeuge hatten den Airbus A-320 der syrischen Fluggesellschaft SyrianAir am Mittwoch auf dem Weg von Moskau nach Damaskus zur Landung in Ankara gezwungen.

In der Maschine befanden sich nach Informationen der russischen Zeitung Kommersant Radaranlagen für die syrische Raketenabwehr. Wie die Zeitung unter Berufung auf Quellen in der russischen Waffenexportindustrie berichtet, waren die Radar-Geräte in zwölf Kisten enthalten.

Die türkische Armee hat nach einem Bericht der Zeitung Hürriyet vom Freitag mindestens 250 Panzer an die syrische Grenze verlegt. Planungen für eine mögliche Intervention im Nachbarland liefen auf Hochtouren, schrieb das Blatt unter Berufung auf Militärkreise. Demnach sind die Planer zu dem Schluss gekommen, dass sich die relativ flache Grenzgegend um die Stadt Akcakale, die vergangene Woche von Syrien aus beschossen wurde, gut für einen Panzerangriff eignen würde. Laut Hürriyet sehen die Überlegungen vor, einen Panzereinsatz durch Luftangriffe auf syrische Stellungen vorzubereiten. Das Parlament in Ankara hat grundsätzlich grünes Licht für einen Militäreinsatz im Nachbarland gegeben.

Hubschrauber abgedrängt

An der türkisch-syrischen Grenze gab es am Freitag nach türkischen Angaben einen neuen feindseligen Zwischenfall. Ein syrischer Hubschrauber habe sich der Grenze genähert, um die von Rebellen kontrollierte syrische Stadt Asmarin zu bombardieren, sagte ein türkischer Offizieller. Daraufhin sei ein Kampfflugzeug der Luftwaffe vom Stützpunkt Diyarbakir gestartet, um den Hubschrauber abzudrängen. Vergangene Woche war der Konflikt eskaliert, nachdem syrische Artilleriegeschosse in einem türkischen Grenzort fünf Zivilisten töteten.

Die EU-Außenminister wollen den Druck auf Syrien erhöhen. Bei ihrem Treffen am Montag in Luxemburg sei der Beschluss weiterer Sanktionen geplant, hieß es am Freitag aus EU-Diplomatenkreisen in Brüssel. Geplant seien Strafmaßnahmen gegen 28 weitere Personen sowie zwei regimenahe Unternehmen und eine Verschärfung des Waffenembargos. (AFP, KNA)

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