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Syrien Assad spricht von "Säuberung"

Syriens Staatschef Assad denkt nicht an Rücktritt - im Gegenteil. In einem Fernsehinterview ruft er die Syrer zur Schlacht und nennt den Kampf gegen Oppositionelle "globale Schlacht".

29.08.2012 13:05
Gut gelaunt: Syriens Präsident Baschar al-Assad während der Interview-Aufzeichnung. Foto: AFP

Es ist ein scherzender und lachender Baschar al-Assad, der sich seinem Volk im Interview mit dem staatstreuen Fernsehen präsentiert. Von Aufgabe keine Rede, stattdessen gibt sich der Präsident kämpferisch: Syrien schlage eine „regionale und globale Schlacht“, so Assad. Diese zu gewinnen, werde aber noch einige Zeit dauern, sagte er am Mittwoch im Interview des regimetreuen syrischen Privatsenders Al-Dunja.

Seine Landsleute forderte Assad auf, sich aktiv am Kampf gegen die Revolutionäre zu beteiligen: „Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg.“ Jeder müsse die „Helden“ der Armee in dieser „Schlacht des Willens“ unterstützen. Ausschnitte des Interviews, das am Mittwochabend in voller Länge ausgestrahlt werden sollte, wurden vorab veröffentlicht. Assad, der während der Aufzeichnung locker und gelöst wirkte, sprach von einer „Säuberung des Staates“.

"Assad lebt in anderem Universum"

Assad deutete an, dass der Kampf gegen die „Terroristen“ noch eine Weile andauern werde. „Wir kommen aber voran“, betonte er. Die von der Türkei vorgeschlagene Sicherheitszone für Flüchtlinge in Syrien lehnte Syriens Präsident ab. Eine solche Puffer-Zone auf syrischem Boden sei unrealistisch, sagte Assad.

Mit dem Interview versuchte er offenbar auch Bedenken über sein Wohlergehen zu zerstreuen, die nach einem Bombenangriff in der Hauptstadt Damaskus im Juli aufgekommen waren. Er halte sich im Präsidentenpalast in Damaskus auf, so Assad. Ein Regimegegner in der Provinz Aleppo kommentierte Assads Auftritt mit den Worten: „Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum.“

Aktivisten meldeten, eine Revolutionsbrigade habe am Mittwoch den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib mit Granaten angegriffen. Am Morgen sollen landesweit zwölf Kämpfer und Zivilisten getötet worden sein. Am Vortag hatte die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mehr als 200 Tote gezählt.

Trotz der blutigen Auseinandersetzungen lehnt die Mehrheit der Deutschen laut einer Umfrage eine militärische Intervention in Syrien zur Beendigung des Konflikts ab. Fast zwei Drittel (64 Prozent) wollen nicht, dass der Westen militärisch in den Bürgerkrieg eingreift, so das Ergebnis einer am Mittwoch vorab veröffentlichten repräsentativen Erhebung im Auftrag des „Stern“.

Der französische Präsident François Hollande hatte am Montag - wie US-Präsident Barack Obama vergangene Woche - dem Assad-Regime mit einem militärischen Eingreifen gedroht, sollte es chemische Waffen einsetzen. (erb/dapd/dpa)

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