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Kämpfe in Syrien Islamisten besetzen Grenzposten

Die Lage in Syrien eskaliert weiter. Bei Kämpfen zwischen der Armee und Rebellen sterben mindestens 90 Menschen. Ausländische Islamisten besetzen den Grenzposten zwischen Syrien und der Türkei.

21.07.2012 23:47
Islamisten besetzen den Grenzposten zwischen Syrien und der Türkei. Foto: AFP

Rund 150 ausländische Islamisten haben am Samstag einen Grenzposten zwischen Syrien und der Türkei besetzt gehalten, der zuvor von syrischen Rebellen erobert worden war. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, kamen die Kämpfer aus verschiedenen muslimischen Ländern und gaben an, sie gehörten zu bewaffneten islamistischen Bewegungen. Einige zählen nach eigenen Angaben zur Organisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI). Die Kämpfer am Grenzposten Bab al-Hawa waren mit Kalaschnikow-Gewehren, Raketenwerfern und Minen bewaffnet.

Bei der Eroberung des Grenzpostens durch die Rebellen waren die islamistischen Kämpfer nicht zugegen gewesen, wie der AFP-Fotograf weiter berichtete. Bab al-Hawa ist einer von zwölf Grenzübergänge zwischen Syrien und der Türkei, die eine 877 Kilometer lange gemeinsame Grenze haben.
Die syrische Presse warf Al-Kaida wiederholt vor, für Anschläge im Mai verantwortlich zu sein. Die syrischen Rebellen wiesen dies zurück. Ende Juni hatte die „New York Times“ berichtet, Agenten der CIA überwachten Waffenlieferungen an die Rebellen, um sicherzugehen, dass keine Waffen in die Hände von Al-Kaida geraten.

Mindestens 90 Tote

An der Grenze zwischen Syrien und dem Irak eroberten Rebellen nach irakischen Angaben am Samstag den zweiten von drei Hauptübergängen. Die Freie Syrische Armee habe die Kontrolle über den Posten Jaribijah übernommen und ihre Fahne dort gehisst, sagte der Gouverneur der irakischen Provinz Nineweh, Atheel al-Nudschaifi. Syrische Flüchtlinge hätten versucht, in den Irak zu fliehen, würden aber von irakischen Sicherheitskräften daran gehindert. Nach Angaben des irakischen Vize-Innenministers Adnan al-Assadi halten die Rebellen derzeit die Posten Albu Kamal und Jaribijah.

Bei den Kämpfen zwischen Armee und Rebellen wurden allein am Samstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 90 Menschen getötet. Die meisten davon seien Zivilisten, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Demnach wurden allein in der Provinz Idlib zwölf Zivilisten getötet.

Aufständische und Regierungstruppen rangen weiter um die Kontrolle der Großstädte Damaskus und Aleppo. Die syrischen Streitkräfte hatten am Freitag in Damaskus eine Gegenoffensive gegen die Rebellen gestartet und nach heftigen Kämpfen die Kontrolle über das Viertel Midan übernommen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen kontrolliert die Armee inzwischen auch die Stadtteile Tadamun, Kabun und Barse. (afp)

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