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Jemen Top-General läuft zu Demonstranten über

Im Jemen wird die Lage von Präsident Ali Abdullah Salih immer prekärer. Er unterstütze die friedliche Revolte der Jugendlichen, sagte General Ali Mohsen el Ahmar in einer Ansprache. Auch der Gouverneur der Stadt Aden erklärte seinen Rücktritt.

21.03.2011 12:56
Jemens Präsident Ali Abdullah Salih bei einer Pressekonferenz am Freitag in Sanaa.

Im Zuge der anhaltenden regierungskritischen Proteste im Jemen nehmen die Rücktritte ranghoher Politiker und Armeeangehöriger in dem Land zu. Einer der wichtigsten Offiziere der Armee erklärte am Montag, ab sofort hinter den Demonstranten zu stehen. Er unterstütze die friedliche Revolte der Jugendlichen, sagte General Ali Mohsen el Ahmar in einer vom arabischen Sender El Dschasira Katar ausgestrahlten Fernsehansprache.

Der General, der in den vergangenen Jahren mehrere Offensiven gegen die schiitischen Houthi-Rebellen im Nordwesten des Jemen befehligt hatte, soll gute Kontakte zum Herrscherhaus des Nachbarlandes Saudi-Arabien haben. Er hat schon zahlreiche Attentatsversuche überlebt.

Auch der Gouverneur der zweitgrößten Stadt Aden, Ahmed Kaatabi, erklärte seinen Rücktritt. Nachdem am Freitag 52 Demonstranten erschossen worden waren und drei Minister zurückgetreten waren, hatte Präsident Ali Abdallah Saleh am Sonntag seine Regierung entlassen.

Ahmar, der aus einem der einflussreichsten Stämme des Landes stammt und die erste Panzerdivision der Armee kommandiert, warf Präsident Saleh vor, die „friedlichen Demonstranten niederzuschlagen“ und das „Land an den Rand eines Bürgerkriegs zu drängen“. Es handelt sich um den ersten Offizier dieses Rangs, der seit Beginn der Proteste Ende Januar abtrünnig wurde.

Als Reaktion auf die Ankündigung Ahmars fuhren am Montag Panzer in der Hauptstadt Sanaa auf und postierten sich vor dem Präsidentenpalast, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Weitere Panzer fuhren vor dem Verteidigungsministerium und der Zentralbank vor.

Das Büro Kaatabis erklärte, mit seinem Rücktritt wolle der Gouverneur gegen die Ereignisse im Land protestieren. Auch in Aden waren seit Beginn der Proteste zahlreiche Menschen getötet worden. Kaatabi war erst im März zum Gouverneur der Stadt ernannt worden, nachdem Saleh die Gouverneure in fünf Provinzen, darunter Aden, entlassen hatte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte am Montag die Schüsse auf Demonstranten im Jemen. Die jemenitische Regierung habe die Aufgabe, Zivilisten zu schützen, sagte Ban bei einem Besuch in Kairo. Er rufe zur maximalen Zurückhaltung und einem Ende der Gewalt auf. Es gebe keine Alternative zu einem umfassenden Dialog hinsichtlich politischer, sozialer und wirtschaftlicher Reformen, um die politische Krise zu lösen. (afp/dpa)

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