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Entscheidung des Militärrates Gansuri neuer Ministerpräsident in Ägypten

Kamal al-Gansuri tritt in Ägypten die Nachfolge von Essam Scharaf an und wird neuer Regierungschef. Der 78-Jährige hatte dieses Amt bereits von 1996 bis 1999 inne.

24.11.2011 21:18
Der damalige ägyptische Ministerpräsident Kamal Ahmed el Gansuri, aufgenommen bei einer Pressekonferenz nach der ersten Sitzung der neuen ägyptischen Regierung am 6.1.1996 in Kairo. Der Oberste Militärrat in Ägypten hat den früheren Regierungschef zum Ministerpräsidenten ernannt. Foto: dpa

Der Oberste Militärrat in Ägypten hat den früheren Regierungschef Kamal al-Gansuri zum Ministerpräsidenten ernannt. Das berichtete das ägyptische Staatsfernsehen am Donnerstagabend. Der 78-Jährige war bereits von 1996 bis 1999 Regierungschef. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler setzte sich während dieser Zeit unter anderem für die Armutsbekämpfung ein. Gansuri tritt die Nachfolge von Essam Scharaf an, dessen Kabinett nach Ausbruch der neuen Protestwelle den Rücktritt eingereicht hatte.

Gansuris Aufgabe wird es jetzt sein, eine Übergangsregierung zu bilden, die voraussichtlich nur einige Monate existieren wird. Denn am kommenden Montag beginnt die Parlamentswahl, die nach der letzten Stichwahl Mitte Januar enden soll. Dem Vernehmen nach war es nicht leicht für den Militärrat gewesen, einen Übergangsregierungschef zu finden. Denn viele Politiker, die sich Hoffnungen auf einen Ministerposten oder das Amt des Präsidenten machen, wollen in dieser kritischen Übergangsphase lieber keine Verantwortung übernehmen.

Den Ägyptern ist Gansuri als Ministerpräsident in Erinnerung, der sich für die Belange der Armen interessierte. Als Privatisierung und Liberalisierung des ägyptischen Marktes an Dynamik verloren und eine Währungskrise das Vertrauen ausländischer Investoren erschütterte, musste Gansuri 1999 seinen Hut nehmen. Parlamentarier warfen ihm damals einen autokratischen Führungsstil vor.

Nach Beginn der Massenproteste gegen Mubarak im vergangenen Januar hatte er sich erstmals seit Jahren wieder öffentlich zu Wort gemeldet und sich für einen Wandel ausgesprochen.(dpa)

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