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SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück verzichtet künftig auf Honorare

Peer Steinbrück gehörte bisher zu den Großverdienern im Bundestag. Nun aber, da die SPD ihn als Kanzlerkandidaten nominiert hat, will er auf Redehonorare verzichten. An einem ganz besonderen Aufsichtsratsmandat will Steinbrück aber festhalten.

01.10.2012 14:41
Bettina Vestring
Olaf Scholz (l-r), Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel und Andrea Nahles bei der Sondersitzung des Parteivorstandes der SPD. Foto: dpa

Nach seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten will Peer Steinbrück auf Redehonorare verzichten. Steinbrück, der bislang zu den Abgeordneten mit den höchsten Nebeneinkünften im Deutschen Bundestag gehörte, erklärte, er werde keine honorarpflichtigen Vorträge mehr halten. Zugleich versicherte der SPD-Politiker, er habe alle erhaltenen Gelder stets höchst penibel versteuert und nach den Regeln des Bundestags veröffentlicht.

Steinbrück, der zuvor einstimmig vom SPD-Vorstand zum Kanzlerkandidaten gewählt worden war, will auch sein Aufsichtsratsmandat beim Industriekonzern Thyssen-Krupp niederlegen, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. Sein Mandat im Aufsichtsrat des Fußballvereins Borussia Dortmund werde er aber behalten, auch wenn ihm die Farben des Vereins (Schwarz-Gelb) nicht sonderlich zusagten.

Profitable Einnahmen

Nach den Angaben von Steinbrücks Bundestags-Webseite hat der frühere Finanzminister durch Vorträge seit 2009 weit über eine halbe Million Euro eingenommen. Er selbst wies darauf hin, dass er neben den vergüteten Reden bei Unternehmen, Banken und Versicherungen noch weit mehr unbezahlte Vorträge bei Vereinen oder an Universitäten gehalten habe.

Zum Auftakt seiner Kandidatur kündigte Steinbrück einen harten Kurs gegen die Regierungspolitik von Kanzlerin Angela Merkel an. Das jetzige Kabinett sei eines des schlechtesten, wenn nicht das Schlechteste seit Gründung der Bundesrepublik, erklärte Steinbrück. Er will das Thema Gerechtigkeit in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes stellen.

Korrektur: Steinbrück ist nicht Aufsichtsrat bei Borussia Mönchengladbach, wie in einer früheren Textfassung stand, sondern beim BVB.

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