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Sorge um Nelson Mandela Nur Technik hält Mandela am Leben

Während Südafrikas schwer kranker Ex-Präsident Nelson Mandela offenbar inzwischen künstlich beatmet wird, streitet seine Familie um das weitere Vorgehen und die Planungen für die Beerdigung.

Madiba, wie Nelson Mandela in Südafrika genannt wird, kämpft seinen letzten Kampf. Foto: afp

Auch wenn es bisher nicht offiziell bestätigt wird: Alles spricht dafür, dass Nelson Mandela nur noch von Maschinen am Leben gehalten wird, und es seiner Familie überlassen bleibt, den Zeitpunkt des Abschaltens der lebenserhaltenden Geräte zu bestimmen. Mandela habe seit Tagen die Augen nicht mehr geöffnet, meldet der US-Fernsehsender CBS unter Berufung auf Familienmitglieder. Die Entscheidung über „Madibas“ Schicksal sei seiner Familie überlassen, meint Mandelas einstiger Anwalt, George Bizos.

Der anglikanische Erzbischof Thabo Makgoba betete am Dienstag in dem Krankenhaus im Zentrum von Pretoria mit dessen Ehefrau Graça Machel: „Herr, wir bitten Dich: Gewähre ihm eine ruhige Nacht und ein friedliches, perfektes Ende“, schließt das auf Facebook veröffentlichte Gebet des Erzbischofs.

Nach Informationen südafrikanischer Zeitungen gibt es in der Mandela-Familie tiefgehende Meinungsverschiedenheiten über die weitere Vorgehensweise und die Planungen für die Beerdigung des Vaters, Großvaters und Urgroßvaters. In Qunu, Mandelas Heimatdorf, trafen sich am Dienstag zahlreiche Familienvertreter: Dabei soll es nach Schilderung der südafrikanischen Tageszeitung „Times“ zu heftigen Debatten und dem wütenden Auszug des Mandela-Enkels Mandla gekommen sein. Mandla Mandela hatte bereits vor zwei Jahren einen Familienzwist vom Zaum gebrochen, als er ohne Rücksprache mit dem Rest des Clans die Gebeine mehrerer Familienmitglieder von einem Friedhof in Qunu in das knapp vierzig Kilometer entfernt gelegene Mvezo umbetten ließ.

In Mvezo wurde Mandela vor fast 95 Jahren geboren, bevor die Familie nach dem Tod des Vaters wenige Jahre später nach Qunu umzog. Mandla will Mvezo zum Zentrum des Vermächtnisses Mandelas aufbauen, während andere Familienmitglieder Qunu als künftiges Mekka für Mandela-Verehrer bevorzugen. Bei dem Familientreffen wurde außerdem beschlossen, eine Delegation der Clan-Ältesten in das rund 900 Kilometer entfernte Pretoria zu schicken, damit sich diese ein Bild vom Gesundheitszustand des weltberühmten Mitglieds des Madiba-Clans machen können.

Die Entscheidung, einen Todkranken zu „entlassen“, also lebensverlängernde Maßnahmen einzustellen, sei nach afrikanischer Tradition dem Erkrankten selber überlassen, sagte Mandelas älteste Tochter, Makaziwe Mandela, bereits am Wochenende in einem CNN-Interview: Allerdings gilt als sicher, dass der Kranke schon seit mehreren Tagen nicht mehr spricht. „Wir haben genug davon, dass uns andere sagen, was wir tun sollen“, fuhr die Mandela-Tochter in dem Interview fort: „Es handelt sich um unseren Vater. Wir hatten ihn niemals in unserem Leben für uns. Das ist jetzt eine intime und heilige Zeit für uns. Wir erwarten, dass uns die Welt in Ruhe lässt.“

Trotzdem versammeln sich vor dem Krankenhaus in Pretoria immer mehr Journalisten und Passanten: Am Mittwoch sperrte die Polizei Straßen ab, um den Zustrom zum Hospital zu begrenzen. Am Zaun um die Klinik hängen Genesungswünsche und Liebesbekundungen. Auf dem Trottoir liegen zahlreiche Blumen.

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